Windräder bei Kischlitz werden gebaut

Die beiden Windkraftanlagen auf der Kischlitzer Höhe werden gebaut. Zwar kam es durch den relativ frühen Wintereinbruch und den Massen an Schnee, die Ende November niedergingen, zu einer Zwangspause von fünf Wochen, doch haben die Männer der Bauunion Wismar einiges versucht, Zeit aufzuholen.

Baggerfahrer Walter Völker von der Bauunion Wismar belädt einen Abtei-Traktor.

Baggerfahrer Walter Völker von der Bauunion Wismar belädt einen Abtei-Traktor.

Foto: zgt

Kischlitz. Dieser Tage wurden die Kopffundamente fertig gestellt. René Thilke von der Bauunion Wismar sagte: "Ende Oktober haben wir die ersten Erdarbeiten für die Fundamente getätigt. Dann ging es einen Monat zügig voran. Nach dem Ausheben der Gruben haben unsere Kollegen die Grundplatten eingeschalt und betoniert. Beide Basen haben einen Durchmesser von 16 Metern und stecken über zehn Meter tief im Erdreich. Nächste Woche schließen wir die Arbeiten ab."

Am 18. Februar, so wie es das Wetter zulässt, soll der Spezialkran aufgebaut werden. Um das Umfeld dafür vorzubereiten, haben die Wismarer in dieser Woche den Fundament-Aushub abgetragen. Mit Traktoren-Gespannen, die die Bäuerliche Aktiengesellschaft Abtei aus Rauschwitz zur Verfügung stellte, wurden etliche Tonnen Erde abtransportiert und an anderer Stelle einplaniert. Für einige Mitarbeiter der Abtei bedeutete der Job zusätzliche Arbeit in der sonst ruhigen Zeit in der Landwirtschaft.

Die beiden Windkraftanlagen, die im Auftrag der Meridian Neue Energie GmbH Suhl installiert werden, stoßen in den anliegenden Orten Rauschwitz, Kischlitz und Mertendorf nicht auf aller Leute Gegenliebe.

Im Verlauf der Planung und der Bekanntmachung gab es Proteste, von denen heute noch einige Plakate zeugen. Initiativen gegen die Energieanlagen gab es genug. Wie OTZ erfuhr, gibt es Bemühungen von Anwohnern, die gerichtlich ein "nächtliches Abschalten der rotierenden Anlagen" anstreben.

Die Gegner schöpften zu Beginn der Bauarbeiten Hoffnung, dass der Bau eingestellt wird. Denn im November stießen die Bauleute aus der Hansestadt beim Aushub auf Mauerreste. Es mehrten sich die Anzeichen, dass es sich um alte Siedlungsreste handelte. Das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar wurde informiert. Zum Leidwesen der Gegner konnten die Archäologen keine historische Siedlungsbebauung nachweisen. Für die Investoren fiel damit die letzte Schranke.

"Wir haben unsere Planungs- und Bau-Unterlagen fristgemäß und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend eingereicht und haben die ordentliche Baugenehmigung erhalten", sagte Egbert Boden von Meridian Neue Energie Suhl. "Wenn das nicht so wäre, würde hier kein Krümel Erde bewegt werden."

Am 22. Februar soll es los gehen. Die zwei Anlagen des Herstellers Repower – Typ MM92 – werden eine Nabenhöhe von 100 Metern erreichen. Die installierte Leistung beträgt 4100 Kilowatt und soll, so der prognostizierte Jahresertrag, 10 500 Megawatt Energie ins Netz liefern.

"Wenn das Wetter nun endlich mitspielt und wir ab dem genannten Termin die Rohrturm-Konstruktionen aufstellen können, ist die Montage in 14 Tagen vergessen", sagte Egbert Boden, der am Dienstag mit den Wismarern, Landpächtern und seinen Mitarbeitern zu einer Beratung auf der Baustelle in Kischlitz weilte.

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