FC Carl Zeiss Jena gewinnt gegen Chemnitz

Beim 2:1 gegen Chemnitz dreht der FC Carl Zeis Jena einen Rückstand. In der Endphase gibt es zwei Platzverweise. Die Partie im Schnellcheck:

Pasqual Verkamp (Jena) erzielt in dieser Szene das Tor für Jena zum 1:1.

Pasqual Verkamp (Jena) erzielt in dieser Szene das Tor für Jena zum 1:1.

Foto: Frank Steinhorst

Kurzfazit: Der FC Carl Zeiss Jena bleibt nach einem 2:1-Sieg am Sonntag gegen den Chemnitzer FC in der Erfolgsspur. Die Saalestädter drehten in der zweiten Halbzeit noch einen Rückstand in einer Partie mit vielen Karten. Am Ende gab es sogar zwei Platzverweise.

Aber der Reihe nach: Zufrieden mit der ersten Halbzeit konnte Jenas Trainer Dirk Kunert nicht sein. Zwar ließen seine Mannen im traditionsreichen Ost-Klassiker zunächst bis auf eine Chance in den Anfangsminuten von Christian Bickel wenig zu. Aber nach vorne kam eben auch zu wenig beziehungsweise wurden beste Möglichkeiten fahrlässig ausgelassen.

CFC-Keeper Jakub Jakubov verhinderte zweimal mit Glanztaten den Rückstand der Sachsen – erst gegen Thomas Steinherr (22.), dann gegen Pasqual Verkamp. Jena hätte im Duell der Drittliga-Absteiger führen müssen und schenkte dem CFC in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zu allem Überfluss auch noch ein Tor. René Lange fälschte eine Hereingabe von der linken Seite so unglücklich ab, dass es ein Eigentor gegeben hätte, wäre nicht Bickel kurz vor der Linie noch am Ball gewesen. Am Gegentreffer und dem Pausenrückstand änderte das freilich nichts.

Nach zuletzt vier Siegen in Folge waren die Thüringer jetzt gefordert. Zunächst taten sie sich schwer, erhöhten mit zunehmender Spieldauer aber den Druck und kamen so zum verdienten Ausgleich. Am Ende drückte Verkamp das Spielgerät aus Nahdistanz über die Linie - 1:1 (60. Minute).

Und es kam noch besser. Der gerade eingewechselte Kevin Wolf kam nach einer Ping-Pong-Einlage im Chemnitzer Strafraum knapp hinter der Sechzehn-Meterlinie an den Ball, fasste sich ein Herz, zog ab und drin war der Ball (72.). Der FC Carl Zeiss hatte die Begegnung gedreht.

Die Sachsen drückten auf den Ausgleich, strahlten aber wenig Gefahr aus. Spannend blieb es trotzdem, weil Unglücksrabe Lange in der 88. Minute zu allem Überfluss die Gelb-Rote-Karte sah. Lang waren die Gastgeber vor 1256 Zuschauern aber nicht in Unterzahl, weil in der 90. Minute auch der Chemnitzer Tobias Müller nach Gelb-Rot vorzeitig in die Kabine musste. So blieb es beim knappen Sieg für den FC Carl Zeiss.

Tore: 0:1 Bickel (45. + 2), 1:1 Verkamp (60.), 2:1 Wolf (72.).

Blick in die Geschichte: In der vergangenen Saison in der 3. Liga entschieden die Chemnitzer beide Partien für sich, gewannen mit 3:2 und 1:0. Der letzte Pflichtspielsieg der Thüringer gelang 2006 in der damaligen Regionalliga Nord. Beim 3:1 mit von der Partie war unter anderen Jenas heutiger Sportdirektor Tobias Werner. In der Gesamtbilanz hatten die Thüringer vor dem Spiel am Sonntag leicht die Nase vorn. In 83 Duellen gab es für den FC Carl Zeiss 31 Siege bei 25 Unentschieden und 27 Niederlagen.

Mehrfaches Wiedersehen: Jenas Zugänge Matti Langer und Maximilian Oesterhelweg kickten in der vergangenen Saison noch für den Chemnitzer FC. Für die Sachsen spielen die Ex-Jenaer Andis Shala und Robert Zickert. Bis auf Letzteren, der an einem Innenbandriss im Knie laboriert, spielten alle von Beginn an.

Aufstellung: „Never change a winning Team.“ Dass sich der FC Carl Zeiss nicht an diese alte Fußball-Weisheit halten würde, hatte Trainer Dirk Kunert bereits im Vorfeld angekündigt. So gab es gegenüber dem 2:0 gegen Luckenwalde auch drei Wechsel in der Startformation. Lucas Stauffer spielte für Kevin Wolf als Außenverteidger, Matti Langer rückte ins defensive Mittelfeld und im Angriff gab der erst nach dem Luckenwalde-Spiel verpflichtete Fabian Eisele sein Pflichtspiel-Debüt für Jena. Insgesamt stand sehr viel Offensivkraft zu Spielbeginn für die Thüringer auf dem Feld.

Jena: Sedlak – Lange, Slamar, Grösch, Stauffer (68. Wolf) – Langer (78. Schau) – Oesterhelweg, Eckardt (78. Bergmann), Steinherr (61. Dedidis) – Verkamp (78. Fiedler), Eisele.

Chemnitz: Jakubov – Köhler, Hoheneder, Campulka (77. Dartsch), Milde – Müller, Grym (46. Kurt), Aigner, Freiberger (58. Ogbidi) – Bickel, Shala.

Nächste Begegnung: Für die Jenaer geht es am kommenden Sonntag nach Rathenow, wo es ab 13.30 Uhr zum einstigen Optiker-Duell kommt.