Geisterspiel wegen Coronavirus: Thüringer HC bleibt auf Kosten sitzen

Erfurt.  Die THC-Handballerinnen bestreiten gegen Bietigheim ein Geisterspiel. Zum Thüringer Volleyball-Gipfel zwischen Erfurt und Suhl dürfen dagegen höchstens 500 Fans in die Halle.

Die THC-Handballerinnen um Beate Scheffknecht müssen gegen Bietigheim auf die Unterstützung durch die Fans verzichten.

Die THC-Handballerinnen um Beate Scheffknecht müssen gegen Bietigheim auf die Unterstützung durch die Fans verzichten.

Foto: Sascha Fromm

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Die Gefahr durch das Coronavirus trifft den Thüringer HC ins Mark. Um die Auflagen der Behörden erfüllen zu können, wird das Top-Spiel der Handball-Bundesliga am Freitag in der Erfurter Riethsporthalle gegen die SG Bietigheim ohne Zuschauer ausgetragen (19.30 Uhr). „Die finanziellen Einbußen sind für uns erheblich“, sagte Manager Maik Schenk, der den Schaden auf 30.000 Euro bezifferte. Auch das Heimduell am 4. April gegen Blomberg-Lippe kann aus heutiger Sicht nur als Geisterspiel ausgetragen werden.

Dagegen soll das brisante Volleyball-Duell der Bundesliga-Frauen von Schwarz-Weiß Erfurt gegen den VfB Suhl einen Tag später an gleicher Stelle vor Zuschauern stattfinden (19 Uhr). Allerdings werden höchstens 500 Besucher in die Halle gelassen, so dass keine Auflagen zu erfüllen oder eine Genehmigung der Behörden nötig sind. SWE-Präsident Michael Panse erklärte, man habe mit einer ausverkauften Halle gerechnet. Er bezifferte den Ausfall durch die stark reduzierten Zuschauereinnahmen auf 5000 Euro: „Das tut uns weh.“

Anreise ohne Ticket ist zwecklos

Enttäuscht werden auch die Suhler Fans im alles entscheidenden Duell um den Klassenerhalt sein. Ihnen stehen zehn Prozent des Hallenkontingents zu. Weil rund um das Duell 80 Spielerinnen, Trainer, Schiedsrichter und Helfer im Einsatz sind, können lediglich 420 Tickets in den freien Verkauf gehen. Für Suhl bleiben demnach 42 Tickets übrig. „Uns ist klar, dass es Ärger geben wird“, sagte Panse. Alle verfügbaren Karten seien vergriffen. Eine Anreise ohne Ticket sei zwecklos, so Panse: „Eine Abendkasse gibt es nicht.“

Jenes Szenario, das Spiel mit höchstens 500 Zuschauern über die Bühne zu bringen, kam für den Thüringer HC indes nie infrage. „Wir hatten schon mehr als 1100 Karten verkauft. So hätten wir wahllos Fans den Zutritt verweigern müssen. Das war natürlich keine Lösung für uns“, sagte Manager Schenk. Eine Spielabsage durch den THC hätte indes zum Verlust der beiden Punkte geführt.

Dass ausgerechnet jenes Geisterspiel von Eurosport live übertragen wird, ist für den Bundesliga-Fünften mehr Fluch als Segen. Zwar können trotzdem alle Fans die Begegnung verfolgen. Aber der Verein muss unter anderem sämtliche Produktionskosten übernehmen, hat nun jedoch null Einnahmen. Deshalb erhofft sich Schenk in dieser für den Verein außergewöhnlichen und selbst nicht verschuldeten Situation, dass die Handball Bundesliga Frauen (HBF) dem Pokalsieger unter die Arme greift.

Um den erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu minimieren, hat der Klub seinen Zuschauern ein Angebot unterbreitet. Alle Dauerkartenbesitzer und Käufer einer Tageskarte vom Bietigheim-Duell am 13. März erhalten zum Eröffnungsspiel und der Präsentation der neuen Mannschaft zu Beginn der Saison 2020/2021 freien Eintritt.

Gar nicht spielen werden die Zweitliga-Handballer vom ThSV Eisenach, deren für den Freitag geplantes Punktspiel beim VfL Lübeck-Schwartau ausfällt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Eisenach hatte zuvor bereits angekündigt, den Kartenverkauf für das Heimspiel am 28. März gegen den EHV Aue zu stoppen. Am Montag will die Handball Bundesliga (HBL) mit ihren Vereinen das weitere Vorgehen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beraten.

Fraglich ist wohl auch die Austragung des U20-Länderspiels der deutschen Fußball-Junioren am 27. März im Erfurter Steigerwaldstadion gegen Italien. Das Land hat das Robert-Koch-Institut als Risikogebiet deklariert. „Die Entscheidung über Spielabsagen oder Ausschlüsse der Öffentlichkeit kann auch hier nur von den zuständigen Gesundheitsbehörden getroffen werden“, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Der Kartenvorverkauf wurde auch hier inzwischen eingestellt.

Diese Sportveranstaltungen fallen aus

  • Handball 2. Bundesliga: Bad Schwartau - ThSV Eisenach, 13. März
  • Fußball
    3. Liga: FC Carl Zeiss Jena - Chemnitzer FC, 15. März Abschiedsspiel Ronny Hebestreit 12. April, verschoben auf noch unbekannten Termin
  • Leichtathletik 32. Lauf in den Frühling in Bad Berka, 14. März 30. Possenlauf in Sondershausen, 21. März 42. Kyffhäuserberglauf in Bad Frankenhausen, 4. April 7. Harztor-Lauf, vom 19. April verschoben auf 30. August

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