Russische Kunst zur Völkerverständigung: Ausstellung auf Schloss Burgk eröffnet

Burgk  Mit der in Schleiz lebenden Gastgeberin Ekaterina Peitz stellen insgesamt sieben Künstlerinnen aus St. Petersburg auf Schloss Burgk aus

Die St. Petersburger Künstlerinnen Vera Aksenova, Taisiya Pankratova, Svetlana ­Muraschkevich, Julia Zhukova, Schleizer Gastgeberin Ekaterina Peitz, Marina Nikolkaya und Elena Pankratova (von links) eröffneten am Freitagabend ihre Ausstellung „Kunst-Botschaft“ auf Schloss Burgk.

Die St. Petersburger Künstlerinnen Vera Aksenova, Taisiya Pankratova, Svetlana ­Muraschkevich, Julia Zhukova, Schleizer Gastgeberin Ekaterina Peitz, Marina Nikolkaya und Elena Pankratova (von links) eröffneten am Freitagabend ihre Ausstellung „Kunst-Botschaft“ auf Schloss Burgk.

Foto: Peter Cissek

Die St. Petersburger Künstlerinnen Vera Aksenova, Julia Zhukova, Marina Nikolkaya, Taisiya Pankratova , Elena Pankratova und Svetlana ­Muraschkevich sowie ihre aus der Newa-Stadt stammende Schleizer Gastgeberin Ekaterina Peitz eröffneten am Freitagabend ihre Ausstellung „Kunst-Botschaft“ auf Schloss Burgk.

„Diese Ausstellung ist eine Botschaft für unsere Politiker“, sagte Andrey Y. Dronov. Ähnlich wie der Generalkonsul der Russischen Förderation in Leipzig äußerte sich auch Landrat Thomas Fügmann (CDU): „Die große Politik gerät manchmal aus den Fugen. Diese Künstler sorgen für Völkerverständigung.“ Fügmann zeigte sich sehr erfreut, dass diese Idee, die bei seinem Besuch des Ateliers der seit elf Jahren in Schleiz wirkenden St. Petersburger Künstlerin Ekaterina Peitz zum Tag der offenen Töpferei im März 2016 geboren wurde, nun ihre Umsetzung findet. Die Künstlerinnen, die mindestens einmal zu Arbeitsaufenthalten bei Ekaterina Peitz waren, haben zahlreiche Werke mitgebracht, einige aber auch in Schleiz erschaffen.

Julia Zhukova ist eine der führenden Künstlerinnen der seit 1744 bestehenden Imperial-Porzellanmanufaktur in St. Petersburg. Sie ist dort als Porzellanmalerin tätig, stellt aber auch Unikate her. So bemalt sie unter anderem auf moderne Art und Weise Porzellankannen, für ­deren Formgebung Kasimir Male­witsch (1878-1935), der Hauptvertreter der Russischen Avantgarde, verantwortlich war. In Burgk zeigt Zhukova Arbeiten aus Porzellan.

Dagegen ist ihre Tochter Vera Aksenova selbstständig als Modedesignerin tätig und bietet seit zwei Jahren ihre Arbeiten unter der eigenen Marke Doodle outfit an. Erhältlich ist die Bekleidung auf Kunstmärkten in Moskau und St. Petersburg, in einem Showroom in Moskau sowie über das Internet. Sie fotografiert, was ihr gefällt und verarbeitet die Bilder zu Computergrafiken, die dann im Digitaldruck auf den Stoff gelangen.

Gespendete Stoffe dienen als Filmleinwand

Marina Nikolskaya arbeitet als Gestalterin Imperial-Porzellanmanufaktur in St. Petersburg, fertigt als Künstlerin aber auch Skulpturen. Eine neun Kilogramm schwere Holzschnitzerei, die eine Mutter mit Kleinkind darstellt, hatte sie ebenso für Schloss Burgk mit im Gepäck, wie auch Porzellan- und Keramikstücke. „Mensch mit Tier oder Mutter mit Kind, das sind die Lieblingsmotive meiner Skulpturen“, erklärte Nikolskaya, die an der Muchina-Kunstakademie studierte.

Elena Pankratova studierte an derselben Kunstakademie und hat bereits an mehr als 30 Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen. In ihrer eigenen Werkstatt gestaltet sie Spiegel und Buntglasfenster zu moderner Kunst. Für die Ausstellung mitgebracht hat sie unter anderem zwei Wanduhren, bei denen sie im Sandsprühverfahren Motive auf die Spiegelfläche aufbrachte. Für die Ausstellung hat sie unter anderem Stoffe mit Glasstücken gestaltet.

Ihre Tochter Taisiya Pankratova hat 2014 ihr Abitur am Kunst-Lyceum in St. Petersburg gemacht. Nun will sich die jüngste Teilnehmerin der Ausstellung bei ihrem Studium an der Kunstakademie intensiver mit der klassischen Schule der Zeichnung und Malerei beschäftigen, erklärte sie. Für die Ausstellung in Burgk mitgebracht hat Taisiya Pankratova Malereien, Glasmalereien und selbst entworfene Kleidung. In Schleiz hat sie eine Ölmalerei von der Bergkirche gefertigt. „Für mich ist das der erste Arbeitsaufenthalt im Ausland. Ich erhoffe mir davon neue Erfahrungen.“

Svetlana Muraschkevich, die an der Muchina-Kunstakademie studierte, zeigt exklusive Spiegel und Buntglasfenster. Gastgeberin Ekaterina Peitz stellt Keramiken, Malereien und Mischtechniken aus.

Im Pirckheimer Kabinett von Schloss Burgk ist eine Installation namens „Zeit“ zu sehen. Von Schleizer Einwohnern gespendete Stoffe wurden von den St. Petersburgerinnen zu vier Meter langen Stücken zusammengefügt und dienen als Leinwand für einen Filmbeitrag, der einige der Künstlerinnen bei der Arbeit zeigt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Februar 2018 auf Schloss Burgk zu sehen

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