Schloss Heringen: Schneiden, mahlen und bohren wie vor über 5000 Jahren

Heringen.  Die erste Ausstellung von Schülern für Schüler krönt jetzt die Projekttage im Heringer Schloss.

Lilly Wagner und Eva Marie Zirkenbach von der Klasse 7c der Heringer Regelschule „Geschwister Scholl“ mit selbst gemachten Produkten aus dem museumspädagogischen Projekt für Schulklassen. Diese werden derzeit in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Lilly Wagner und Eva Marie Zirkenbach von der Klasse 7c der Heringer Regelschule „Geschwister Scholl“ mit selbst gemachten Produkten aus dem museumspädagogischen Projekt für Schulklassen. Diese werden derzeit in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Foto: Marco Kneise

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Mit scharfen Klingen aus Feuerstein Leder zurechtschneiden, mit den eigenen Händen Getreide zu Mehl mahlen oder mit einem Steinzeitbohrer Löcher in Muscheln bohren. Tätigkeiten, die Schüler nicht sofort mit einem Museum in Verbindung bringen; denn die haben bei vielen Schülern eher den Ruf langweilig zu sein. „Wohl kaum“, widerspricht Heringens Museumsleiterin Mirjana Culibrk. Museumspädagogik im Heringer Schloss sei interaktiv, spannend und abwechslungsreich. Besonders durch das Projekt „Erlebnis: Steinzeit!“, das extra für Schulklassen konzipiert ist.

Ein Projekttag im Schloss besteht aus drei Teilen. Der Start in den Tag ist eine Führung durch die Dauerausstellung. „Interaktive Stationen laden bereits hier zum Ausprobieren ein“, so Culibrk und erklärt, das im Anschluss eine Schlossrallye folgt. Dabei können Schüler mittels einer Broschüre selbstständig das Schloss entdecken. Fragen und Suchspiele regen an, die Ausstellungsräume zu erkunden. Darauf folgt der praktische Teil, der aus Workshops im ehemaligen Milchhaus besteht. „Das zuvor erworbene Wissen können die Schüler hier direkt anwenden“, berichtet die Museumschefin und erläutert die fünf angebotenen Workshops. „Diese behandeln die Themen Nahrungsmittel der ersten Bauern, Schmuck-, Textil- und Keramikherstellung und deren Verzierung sowie die Werkzeugbearbeitung.“

Die Ergebnisse der handwerklichen Beschäftigung eines Projektjahres krönt eine Sonderausstellung, die nun im Beisein der 7. Klasse der Geschwister-Scholl-Schule am Freitag im Schloss der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Eine Werkschau, die Kreativität zeige, aber auch eine Würdigung sei, so Klaus Moser, stellvertretend für die Interessengemeinschaft Schloss Heringen, die das Projekt maßgeblich vorangetrieben hat. Voll des Lobes über die Schüler und das Projekt ist auch Lehrerin Katrin Penzler. Noch ziemlich genau erinnert sie sich an die Situation, wie die Jungen und Mädchen Mehl mahlten. „Und das nicht nur wenige Minuten, sondern die ganze Zeit über. Da war ich vollkommen sprachlos. Auch als ein Mädchen das Mehl mit nach Hause nahm und es sogar zum Brotbacken nutzte“, so Penzler stolz.

Sieht Maik Schröter (CDU), Bürgermeister der Landgemeinde Heringen, diese Begeisterung für regionale Geschichte, so weiß er, dass die Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung gut angelegtes Geld sind, das sinnvoll in den nächsten drei Jahren zum Einsatz kommen wird. Zudem wies er darauf hin, dass die Teilnahme an dem Bundesprogramm für Heringen etwas ganz Besonderes sei. Schließlich habe man mit der Projektidee „Erlebnis: Steinzeit!“ mit 1500 anderen Bewerbern konkurriert.

Schulklassen, die Interesse an den Projekttagen in Heringen haben, melden sich per Telefon unter der Nummer 036333 / 738 88 oder per E-Mail an museum@schloss-heringen.de

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