Förderverein Schloss Schwarzburg vor großen Aufgaben

Nicht nur Kaisersaal lockt: Der Förderverein Schloss Schwarzburg geht vielfältige Aufgaben engagiert an. Wir sprachen mit seiner Vorsitzenden Kristine Glatzel über Veranstaltungstätigkeit, Bauarbeiten, Einsatz für die Gemeinde und mehr.

Kristine Glatze, Vorsitzende des Fördervereins Schloss Schwarzburg, vor dem Zeughaus in Schwarzburg. Foto: Wolfgang Schombierski

Kristine Glatze, Vorsitzende des Fördervereins Schloss Schwarzburg, vor dem Zeughaus in Schwarzburg. Foto: Wolfgang Schombierski

Foto: zgt

Schwarzburg. Der Förderverein Schloss Schwarzburg könnte jüngst in seiner Jahreshauptversammlung einmal mehr eine beeindruckende Bilanz seiner Arbeit ziehen. Zugleich wurde der Blick auf Kommendes gerichtet, das der 1996 gegründete Verein wieder mit viel Engagement in Angriff nehmen möchte. OTZ sprach darüber mit seiner Vorsitzenden Kristine Glatzel.

Seit Montag ist das Museum Kaisersaal auf Schloss Schwarzburg für Besucher wieder täglich geöffnet. Wie groß war seine Anziehungskraft im vergangenen Jahr?

2012 hatte unser Schloss im Kaisersaal 11 967 Besucher. Davon waren 1800 Jugendliche und 2267 Kinder. Es wurden 66 Führungen ehrenamtlich geleistet und 21 Eheschließungen von Vereinsmitgliedern mit ausgestaltet. Darunter ist zu verstehen, dass auf Wunsch der Paare ein Zeremonienmeister und Hofdamen in historischen Kostümen mit einem Sektempfang die Gäste unterhalten und begleiten.

Das Schloss lockt freilich nicht nur mit dem Kaisersaal...

Rechnet man die Teilnehmer an Veranstaltungen wie Trödelmärkte, Empfänge oder Tag des offenen Zeughauses hinzu, können wir gut und gerne von insgesamt rund 13 000 Gästen im vergangenen Jahr ausgehen. Der Anteil junger Menschen liegt dabei bei mindestens 5000. Schloss Schwarzburg ist also keinesfalls nur ein Anziehungspunkt für Senioren. Diese Erkenntnis ist für alle Planungen bedeutungsvoll. Und die genannten Zahlen sagen nichts darüber aus, wie viele Menschen tatsächlich durch die Schlossanlage spaziert sind, auf den Bänken des Schlossgartens Rast gemacht und an die Mauern gelehnt in das Tal geblickt haben – an Sommerabenden, außerhalb der Öffnungszeiten und im Winter, wenn das Kaisersaalgebäude geschlossen ist.

Wie ist der Förderverein aktuell aufgestellt?

Unser Verein hat aktuell 197 Mitglieder aus 14 Bundesländern und je ein Mitglied aus Frankreich, Belgien und Holland. Es gab 2012 vier Austritte, und zwei Vereinsmitglieder sind verstorben. Dem gegenüber stehen aber 15 neue Mitglieder in unseren Reihen.

Der Verein ist auch für den Ort Schwarzburg aktiv. Was kann dazu für 2012 aufgezählt werden?

Da gab es den Frühjahrseinsatz mit Beräumungs- und Säuberungsarbeiten auf dem Parkplatz Kasperswiese, auch das Treppengeländer wurde frisch gestrichen. Vereinsmitglieder nahmen am Jubiläum der Talkirche mit einem Infostand ebenso gestaltend teil wie am Kirmesumzug und am Straßenfest des Hotels "Weißer Hirsch". Unser Mitglied Dr. Siegrid Matthes macht neben Führungen auf dem Schloss auch Ortsführungen durch Schwarzburg. Der Förderverein ermöglichte der Gemeinde mit einer Spende in Höhe von 1200 Euro den Ankauf einer Parkfläche auf der Schlossterrasse aus privater Hand mit der Zweckbindung, sie für Schlossbesucher zur Verfügung zu halten.

Zu hören ist in diesem Zusammenhang auch von einem Antrag beim Thüringer Justizministerium. Was hat es damit auf sich?

Das Ministerium beabsichtigt, eine "Straße der Menschenrechte und der Demokratie" in Thüringen ins Leben zu rufen. Hierzu hat der Förderverein einen Antrag pro Schwarzburg gestellt. Denn nach unserer Auffassung gehört Schwarzburg, in dem das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt die erste demokratische Verfassung in Deutschland mit seiner Unterschrift in Kraft setzte, unbedingt als Ort des historischen Geschehens im Jahr 1919 zu dieser Straße. Und genauso gilt, dass Schwarzburg 2019 unbedingt ein würdiger Ort der Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum dieses Ereignisses werden muss.

Wie steht es um den Fortgang der Bauarbeiten am Schloss?

Obwohl sich unsere Gedanken aktuell vor allem um das Zeughaus-Projekt mit Museumseröffnung 2015 drehen, richtet sich das Engagement mit Blick auf das Jahr 2019 auch auf den Hauptbau des Schlosses. Das Hauptgebäude hat nach 70 Jahren erstmalig wieder ein dichtes Dach. Damit ist ein großer Schritt zu seiner Rettung getan. Zukunftsweisend war 2012 ein Ideenwettbewerb zur künftigen Nutzung der Gesamtanlage des Schlosses, bei dem unser Verein im Gremium der Jury und der Fachberater vertreten war. Zur Finanzierung des Torhausbaus erwarten wir eine baldige Entscheidung.

Welche Aktivitäten plant der Verein noch in diesem Jahr?

Wir bereiten ein Projekt auf der Schlossterrasse vor, das im Zusammenhang mit der vorgesehenen "Straße der Menschenrechte und der Demokratie" entwickelt wird. Die Arbeit an einer neuen Internetpräsentation soll abgeschlossen und ein zweiter aus Spendengeldern finanzierter Imagefilm speziell für das Zeughaus und die Waffensammlung fertig gestellt werden. Der Verein wird wieder am Tag der offenen Gärten im Schwarzatal mit Aktionen im Schlossgarten teilnehmen. Zum Tag des offenen Denkmals wird es ein interessantes Programm auf Schloss Schwarzburg geben. Und Spendenaktionen für das Zeughaus stehen auch dieses Jahr auf dem Programm.

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