Tagung über das Schicksal von Bauten der Nachkriegszeit

Welche der Gebäude, die in den 60-er und 70-er Jahren entstanden sind, sollte man bewahren? Bei welchen wäre ein Abriss kein Verlust? Und wie kann man die Erhaltung leisten? "Denkmal - Ost Moderne" heißt die Tagung an der Bauhaus-Universität in Weimar, auf der sich bis Samstag Wissenschaftler über das Schicksal von Nachkriegsbauten austauschten.

Auch das Kultur- und Kongresszentrum in Gera ist laut Dr. Meier schützenswert.   Foto: Katrin Wiesner

Auch das Kultur- und Kongresszentrum in Gera ist laut Dr. Meier schützenswert. Foto: Katrin Wiesner

Foto: zgt

Weimar. "Zwar ist jeder Plattenbau ein Denkmal seiner Zeit, aber als Denkmal muss es ein öffentliches Interesse geben und es sollte ein spezielles Bauwerk sein und kein Wohngebiet, dass hingeklotzt wurde", sagt Professor Dr. Hans-Rudolf Meier. Es bestehe die Gefahr, "dass eine ganze Generation von Gebäuden verschwindet." Deswegen, so der Professor für Denkmalpflege und Baugeschichte an der Architektur-Fakultät der Bauhaus-Universität, sei vor allem die Erhaltung von Ensembles, wie in die Prager Straße in Dresden wichtig. Aber auch Bauten wie das Kultur- und Kongresszentrum in Gera. In der Dix-Stadt habe man früh die Verbindung von Plattenbauten und Altstadt meistern müssen.

Meier befürchtet, dass "wenn man sich jetzt nicht um die Gebäude in Ostdeutschland kümmert, sie auf kurz oder lang nicht mehr da seien werden." Schwierig sei dabei allerdings diese Notwendigkeit zu vermitteln. Gerade in Ostdeutschland seien sie negativ konnotierte "Zeugen eines überwundenen Gesellschaftssystems" und werden gerade deshalb als überflüssig angesehen. Anders werden die Bauten von der Generation betrachtet, "für die die Gebäude nicht geschichtlich belastet sind". Gerade Künstler würden sich für den Erhalt engagieren.

Meier sieht die Bewahrung, vor allem wegen der energetischen Defizite der Bauten, als große Herausforderung. Durch die Weimarer Tagung hofft er auf eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Gebäude aus den 60er und 70er Jahren.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.