Warum Schloss Burgk einmalig ist

Museumsleiterin Sabine Schemmrich zur Einmaligkeit der Einrichtung.

Museumsleiterin Sabine Schemmmrich.  Foto: Uli Drescher

Museumsleiterin Sabine Schemmmrich. Foto: Uli Drescher

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Burgk. Museumsleiterin Sabine Schemmrich hat derzeit keine leichte Aufgabe zu erfüllen. Einerseits muss sie das Museumsjahr und seine Veranstaltungen mit einem kleinen Mitarbeiterteam vorbereiten, die Ansprüche der Erben müssen mit den alten Inventarlisten verglichen und geprüft werden und außerdem steht eine größere Baumaßnahme an den Grundfesten des Schlosses an, die den Rittersaal und die Schlosskapelle erheblich beeinträchtigt.

"Wir sind kein Vitrinenmuseum", sagt Sabine Schemmrich. Das Besondere ist, dass hier fast alles so geblieben sei, wie es von den früheren Besitzern zusammengetragen wurde. Schloss und Inventar bilden eine Einheit. Die Einheit werde zerstört, wenn ein Großteil des ursprünglichen Inventares geräumt werden müsse. Sie sieht deshalb die aktuelle Situation mit Unbehagen. "Es ist nicht so, dass man an Stelle der bisherigen Einrichtung nichts hinstellen könne", sagt Schemmrich. Für viele Dinge gäbe es etwas ähnliches. "Allerdings ist das eben dann nicht mehr der Zustand, wie man ihn von heute kennt und wie er als Ensemble auch zusammengehört."

Die Geschichte des Eigentums auf Schloss Burgk ist mit der Geschichte des reußischen Adels eng verknüpft. Sabine Schemmrich, die diese Geschichte den Besuchern oft bei Rundgängen erzählt, fasst kurz zusammen. Schloss Burgk blieb nach der Fürstenenteignung 1918 im Privatbesitz der Familie Reuß. Heinrich XXIV. Reuß ältere Linie, der 1927 starb, vermachte sein Erbe zwei seiner vier Schwestern. Eine der letzten Mitbesitzer war Hermine Reuß ältere Linie, in zweiter Ehe verheiratet mit dem abgedankten Kaiser Wilhelm II. Anfang der 1930er Jahre hat Hermine ihren Erbteil an ihren Schwager veräußert. Damit war Familie Reuß nicht mehr mit Schloss Burgk verbunden.

Das Schloss sei ganze 70 Jahre Herrschaftssitz im 17. Jahrhundert gewesen, später als Sommer- und Jagdschloss genutzt worden. Das Inventar spiegele das wieder, so die Museumsleiterin. Dinge, die zum Beispiel im Greizer Schloss nicht mehr modern waren, wurden nach Burgk verlagert, sogar die Tapeten. "Wenn es mal einen kunstsinnigen Herrn im Hause gab, der sich hier wohlfühlte, dann bekam Burgk wieder einen Schub, wie zum Beispiel mit dem Einbau der Silbermann-Orgel."

Im Museum Schloss Burgk hofft man darauf, dass die jetzigen Erben in der dritten Generation, die keinen direkten Bezug mehr zum Schloss haben, diesen Anspruch des Museums verstehen können und dazu beitragen, dieses historisch gewachsene und gestaltete Inventar zu erhalten. "Bei uns kann man heute als Besucher durch mehrere Jahrhunderte Kunst- und Kulturgeschichte gehen", sagt Sabine Schemmrich. Wenn das Inventar zerrissen wird, dann wird auch ein Stück des Herzens von Schloss Burgk genommen."

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