Junge Laienschauspieler überzeugen bei Musikmärchen in Breitenworbis

Breitenworbis.  Darsteller zeigen in Breitenworbis keine Spur von Nervosität. Ein Orchester wurde nur für die Aufführung des Stückes „Hänsel und Gretel“ zusammengestellt

Luci Grömer war als Hänsel und Daria Helbing als Gretel auf der Bühne zu sehen. 

Luci Grömer war als Hänsel und Daria Helbing als Gretel auf der Bühne zu sehen. 

Foto: Gregor Mühlhaus

Der Gemeindesaal in Breitenworbis war am Freitagabend gut gefüllt, als der Vorhang zum Singspiel „Hänsel und Gretel“, nach einer Oper von Engelbert Humperdinck, aufging. Die Mitglieder der Eichsfelder Kammerspiele, unter der Leitung von Hugo Wieg, hatten für die Aufführung monatelang geprobt und setzten das 60-minütige Musical in Szene. So zog das Märchen um das Geschwisterpaar Hänsel und Gretel und der gemeinen Hexe gleich zu Beginn vor allem die kleinen Besucher fest in seinen Bann. Gespannt saßen die Kinder im Saal, kauerten sich an die Schultern ihrer Eltern und verfolgten das Spektakel auf der Bühne voller Konzentration.

Hänsel, gespielt von Luci Grömer, und Gretel (Daria Helbing) werden von ihrem Vater im dunklen Wald zurückgelassen. Als sie erschöpft sind, legen sie sich auf den Boden und sprechen ihr Abendgebet: „Wenn ich abends schlafen geh’, vierzehn Englein bei mir steh’n, zwei zu meiner rechten, zwei zu meiner linken, zwei zu meinen Füßen...“ Schließlich singt der Sandmann sie in den Schlaf, bevor vierzehn kleine Engel kommen, sich neben das Geschwisterpaar hocken und über ihren Schlaf wachen. Nicht nur in dieser Szene verstanden es die fast ausschließlich jungen Schauspieler im Kindesalter, Gefühle zu transportieren und so das Publikum zu begeistern. Die Darsteller zeigten keinen Spur von Nervosität und boten in beiden Akten eine hervorragende Leistung.

Eigens für die Inszenierung war ein Orchester, das unter der Leitung von Gerhard Kohl stand, zusammengestellt worden. So unterstrichen die Streicher und Bläser die Dramaturgie des Theaterstücks maßgeblich durch die entsprechende Musik. Als Hänsel und Gretel zum „schaurig bösen Ort“ kamen, wo die Knusperhexe wohnt, spitzte sich die Situation zu. Vorerst meinten die kleinen Geschwisterkinder, dass im Knusperhäuschen vielleicht ein Zuckerbäcker wohnt. Schließlich schallte es durch den Wald: „Knusper, knusper Knäuschen, wer knabbert hier, wie ein Knabbermäuschen?“ Die Nachwuchsschauspieler zeigten sich textsicher und waren somit Garanten dafür, dass das Kindermusical ein Spaß für die ganze Familie wurde. Ebenso setzte der Kinderchor Akzente, fügte sich so in das harmonische Gesamtbild des Theaterstücks ein. Die Hexe (Paula Pietsch) schmeichelte den Kindern als Rosine Leckermaul, die „unschuldig wie ein Kind ist und Kinder lieb hat, ja zum Fressen gern lieb hat“.

Sie lockte Hänsel und Gretel mit Schokolade, Torte und Marzipan und hatte leichtes Spiel. Als die beiden Kleinen weglaufen wollten, setzte die Zauberhexe ihren Zauberstab ein und hexte Hänsel zurück in den Stall, dass er fett werde, gemästet mit Rosinen und Mandeln. Die arme Gretel musste derweil Magddienste verrichten. Unterdessen machte sich die Hexe an den Ofen und schmiedete Pläne, wie sie aus dem „Gretelchen ein Brätelchen“ machen kann. Das alte Biest schlich ums Hexenhaus.

Hämisch, wie sie war, versuchte sie Gretel um den Finger zu wickeln. „Kopf hoch, Gretel, schau in den Ofen und schnapp...“. Statt Gretel, landete jedoch die Hexe im Backofen.

„Drin ist statt dem Gretelchen nun ein Brätelchen“, meinte Gretel. Zum Schluss freute sich auch der Vater, dass er seine „Kinderchen, die armen Sünderchen“ wiedergefunden hatte. Alle Kinder kamen zum Schluss noch einmal auf die Bühne und verneigten sich, bevor sie ein letztes Mal das Erkennungslied „Brüderchen, komm tanz mit mir“ sangen. „Es hat sich gelohnt. Ich bin mit meiner Tochter Charlotte aus Düsseldorf angereist.

Die Schwester, die Oma und die Cousinen der Kleinen haben beim Theaterstück mitgemacht“, meinte Eliana Redlich, die aus Breitenworbis stammt.

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