Carsten Schneider wirbt für neue Schlösser-Stiftung

Erfurt  Der Thüringer SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider will möglichst alle geeigneten Immobilien in die Schlösser-Stiftung überführen. Die Kommunen bleiben mit in der Verantwortung.

Carsten Schneider ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion.

Carsten Schneider ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Im schwelenden Streit um die Thüringer Schlösser-Landschaft meldet sich nun der hiesige Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider (SPD) mit einem Konsensvorschlag zu Wort. Im Interview mit unserer Zeitung plädiert Schneider dafür, ein „möglichst breites Portfolio“ an historischen Liegenschaften in die geplante länderübergreifende Stiftung mit Sachsen-Anhalt zu überführen.

Dazu gehören nach seinen Worten die komplette Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit ihren 31 Objekten sowie „alle Schlösser, die es verdienen, in den Genuss einer Bundesförderung“ zu kommen – also auch solche in Altenburg, Meiningen und Reinhardsbrunn.

Kompetenzen von Sanierung bis Digitalisierung

Für die Struktur der neuen Mitteldeutsche Stiftung hält Schneider eine Art Holding-Modell am geeignetsten. Demnach würde sie zentrale Kompetenzen wie Sanierung und Liegenschaftsmanagement erfüllen und die Museumsbetriebe bei Aufgaben wie der Restaurierung und Digitalisierung von Kunst- und Kulturgütern oder im Marketing unterstützen.

Schneider, in dessen Augen das historische Erbe die Heimat mitprägt, will keinesfalls die Kommunen entmündigt sehen. Daher sei es am besten, wenn die neue Stiftung sich an den Museumsbetrieben beteilige, sie jedoch nicht komplett übernehme.„Es liegt doch auf der Hand, dass die Zivilgesellschaft vor Ort die Verantwortung und konkrete Gestaltungskompetenz behalten muss“, sagte er wörtlich.

100-Millionen-Offerte des Bundes an die Länder

Der Bundestagsabgeordnete betonte aber, dass alle Entscheidungen, wie die neue Stiftung organisiert wird, auf Länderebene fallen. Schneider hatte im vorigen Winter gemeinsam mit seinem SPD-Kollegen Johannes Kahrs eine 100-Millionen-Offerte des Bundes an die beiden Länder initiiert. Jetzt drängt die Zeit. (Das ausführliche Interview im Wortlaut folgt am Abend)

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