Erinnerungen an einen großherzigen Mäzen

Renthendorf.  Mitarbeiter des Brehm-Museums in Renthendorf trauern um den Hamburger Stifter Hermann-Hinrich Reemtsma.

Stifter Hermann-Hinrich Reemtsma.

Stifter Hermann-Hinrich Reemtsma.

Foto: Stefan Sauer / dpa

Am 29. September ist der Hamburger Stifter Hermann-Hinrich Reemtsma im Alter von 85 Jahren gestorben. 1988 hatte er die nach seinem Vater, dem Zigarettenfabrikanten Hermann Reemtsma, benannte Stiftung ins Leben gerufen und seither kulturelle und soziale Vorhaben in Nord- und Ostdeutschland unterstützt. So auch in Renthendorf im Saale-Holzland-Kreis. Ohne ihn, so viel ist sicher, wäre das moderne Brehm-Museum nach acht Jahren der Neugestaltung heute nicht im jetzigen Zustand. „Wir sind Herrn Hermann Reemtsma sehr verbunden und trauern um einen außergewöhnlichen Menschen, einen großen Förderer des Denkmalschutzes und bedanken uns für eine jahrelange ungewöhnlich intensive Zuwendung zu unserem Brehm-Projekt“, betont deshalb Museumsleiter Jochen Süss.

Als die Generalsanierung der Brehm-Gedenkstätte 2012 unausweichlich wurde, aufgrund der enormen baulichen Schäden und völlig leeren Kassen allerdings als hoffnungslos eingeschätzt wurde, waren Ideen gefragt. Die Tatsache, dass Alfred Brehm von 1862 bis 1866 in Hamburg als Direktor des Tierparks tätig war, ließ Jochen Süss auch bei der Reemtsma-Stiftung anfragen, ob eine Unterstützung für Renthendorf denkbar wäre. „Zu unserer Überraschung besuchten uns kurz darauf der Stifter selbst, die Geschäftsführung und Mitglieder seiner Familie in Renthendorf. Wie wir erst später erfuhren, war es uns bei diesem Besuch gelungen, Herrn Reemtsma und die Geschäftsführung der Stiftung für unser Projekt zu interessieren. Daraus entwickelte sich eine für uns wundervolle Geschichte und ein ganz besonderes Verhältnis“, erinnert sich der Museumsdirektor.

Das Resultat des Treffens war bahnbrechend, denn fortan erhielt die Gedenkstätte über mehrere Jahre für alle Förderanträge aus dem Bereich der Denkmalpflege den sogenannten Eigenanteil von der Hermann-Reemtsma-Stiftung. „Diese Tatsache beflügelte das Projekt der Generalsanierung unglaublich, die Sanierungsfortschritte führten zu einem positiven Schneeballeffekt bei anderen Förderern. Eine solche Erfolgsgeschichte haben wir vor allem Herrn Reemtsma zu verdanken, der an unser Projekt glaubte, als wir es selbst noch nicht richtig taten.“