Jeden Tag dem Frühling zuschauen

Weimar.  Kultur in Zeiten der Corona-Krise: Milena Pfafferott, Vorsitzende des Landesverband Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband, gibt Tipps.

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Foto: Martin Schutt / dpa

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Was können wir tun? Das fragen wir Kulturschaffende und Kulturfreunde, seitdem das öffentliche Kulturleben zum Erliegen gekommen ist. Heute kommen die Tipps von Milena Pfafferott. Sie ist Vorsitzende des Landesverband Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband:

Die Theater sind dicht, Museen haben geschlossen, kein Zoo ist geöffnet, Spielplätze wurden gesperrt, Einkaufsmöglichkeiten sind auch eingeschränkt – was nun?! Wir können den Tag füllen mit Webinaren, Videokonferenzen, Homeschooling, dem Umsortieren der analogen oder digitalen Ablage oder endlich eine richtig tolle Sprache lernen – wie wäre es mit Arabisch oder Finnisch?

Wir können Atemmasken nähen, Unterstützungsgruppen in den sozialen Medien gründen oder den jeweils aktuellen Wikipedia-Artikel des Tages kritisch hinterfragen. Wir können Pläne schmieden und Ideen reifen lassen – für die Zeit „nach Corona“. Können neue Projekte erdenken, Texte überarbeiten, eigene Ambitionen hinterfragen und neue Ziele definieren.

Wir können jeden Tag ein abgefahrenes Haus aus Duplosteinen bauen, Thüringer Bratwürste kneten, Kinderlieder bei Youtube suchen oder mit Wachsmalstiften Motorräder und Löwen malen.

Lernen, ob allein oder von- und miteinander, kann man in der Bibliothek! Wie man mit modernen Medien umgeht oder Informationen hinterfragt, erfährt man in der Bibliothek! Werkzeuge und hilfreiche Tipps zur Selbstoptimierung oder Ideenentwicklung gibt’s in der Bibliothek! Kreativität erleben und ausprobieren kann man in der Bibliothek!

Aber die Bibliotheken sind doch auch zu! Stimmt. Dann bleiben noch unendlich viele E-Books, Hörbücher, Zeitschriften und verschiedene (digitale) Angebote. Außerdem wird hinter den Kulissen schon an spannenden Veranstaltungen und Konzepten für die Zukunft geschraubt.

Was wir außerdem tun können? Vielleicht mindestens fünf Minuten jeden Tag am offenen Fenster stehen und dem Frühling zugucken, wie er völlig unbeeindruckt sein Ding durchzieht. Wer kein Fenster hat, vertiefe sich in das großartige „Frühlings-Wimmelbuch“ von Rotraut Susanne Berner und freue sich einfach!

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