Kunstpause: Liebling, bitte ein Lächeln!

Frank Quilitzsch über das Aufmuntern in finsteren Zeiten.

Frank Quilitzsch

Frank Quilitzsch

Foto: Andreas Wetzel

Nein, ich werde heute nicht über den politischen Geisterfahrer schreiben, dessen krankes Hirn noch immer von Wahlbetrug twittert. Ich werde auch den Leipziger Corona-Leugnern, die fahrlässig die Pandemie befeuern, kein Podium geben – sollen sie doch selbst mit ihrem Gewissen, falls sie überhaupt eins haben, ins Reine kommen. Und ich will mich auch nicht am Orakel beteiligen, ob die größte Impfaktion der Menschheitsgeschichte in einem Jahr oder erst in zwei, drei Jahren abgeschlossen sein könnte.

Heute möchte ich mich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, deren Mails mir Kraft geben, mich von den finsteren Zeiten, die wir gemeinsam durchleben, nicht entmutigen zu lassen. Es ist erfreulich und beflügelnd zugleich, Zuspruch und hin und wieder auch Widerspruch zu erfahren.

„Sie schaffen es immer wieder, dass mein Montag mit einem Lächeln beginnt und nicht mit Corona-Sorgenfalten“, schreibt beispielsweise Frau B. Und Frau S., wünscht sich, ich möge mit meinen wöchentlichen Aufmunterungsversuchen nicht nachlassen.

Wie auch. Wir vermissen es doch alle, unser Lächeln, das für die Leichtigkeit des Seins steht. Bestimmt ist es noch da und verbirgt sich nur hinter der Maske. Selbst wenn wir, wie es die Bundeskanzlerin fordert, für eine ungewisse Zeit auf alle nicht unbedingt nötigen sozialen Kontakte verzichten, sollten wir uns wenigstens das Lächeln bewahren.

Lächeln steht für Empathie, Anteilnahme und Mitmenschlichkeit. Wie, frage ich mich, lässt es sich hervorlocken?

Wenn ich meinen Einkaufswagen durch den Supermarkt schiebe, schaue ich wildfremden Leuten gern in die Augen und registriere hin und wieder einen dankbaren Wimpernschlag. Ich spüre das Lächeln meiner Friseurin, wenn ich sie für den gelungenen Haarschnitt lobe. Meine Zahnärztin lächelt, indem sie bei der Arbeit singt. Und zehn Tage lang war unsere Wohnung eine Art „Freudenhaus“, weil T. zu Besuch weilte, eine junge, studierende Frohnatur.

Und noch ein Tipp: Bringen Sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner doch mal sonntags den Kaffee ans Bett. Zum Dank bekommen Sie das schönste Lächeln der Woche.