Georgien statt Pößneck als Premieren-Ort: Lesung mit Marko Kruppe

Pößneck  Der Pößnecker Marko Kruppe hat 30 Zuhörern am Sonnabend in einer Lesung sein druckfrisch vorliegendes Buch „Lange Nächte in Tiflis“ vorgestellt. Sein zweites Buch soll schon bald erscheinen.

Die Autoren Benjamin Schmidt (links) und Marko Kruppe stellten am Sonnabend in Pößneck eigene Texte vor. Foto: Mario Keim

Die Autoren Benjamin Schmidt (links) und Marko Kruppe stellten am Sonnabend in Pößneck eigene Texte vor. Foto: Mario Keim

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Es sei kein politisches Buch, das Marko Kruppe da schrieb, aber gesellschaftskritisch sei es schon. „Dafür würde ich mich zu sehr als Utopist bezeichnen“, sagte der 37-Jährige zur Präsentation von „Lange Nächte in Tiflis.“ Druckfrisch lag es am Sonnabend vor, sagte der Pößnecker, als er im Haus des Pößnecker Alternativen Freiraumes (PAF) in der Ernst-Thälmann-Straße daraus las.

Der Autor machte beim Lesen Lust auf mehr, denn es waren zunächst nur wenige Auszüge, die er aus seinem ersten Buch vorstellte. Das Reisetagebuch entstand während einer Fahrt nach Georgien, als der Autor vom 25. Dezember 2014 bis 10. Januar 2015 ein paar Künstler aus Halle an der Saale traf, deren Weg in die USA er via Internet schriftstellerisch für den eigenen Blog begleitet. Seine Berichte garnierte er mit Hintergrundwissen über das Land.

Ein Verleger fand Gefallen an den Geschichten, so dass die geplante Erstveröffentlichung vom „Kaff der guten Hoffnung“ noch warten muss. Jedoch soll das damit zweite Buch baldmöglichst folgen, sagte der Autor.

Marko Kruppe und der aus Krölpa stammende und in Berlin wohnende Benjamin Schmidt lasen am Sonnabend im Rahmen der Lesetour unter dem Titel „Sex & Drugs & LiteraTour“ abwechselnd ihre Texte. „Unsere Show hat kein Konzept, jeder Abend läuft anders“, erläuterte der Pößnecker das Programm. Da stand vor den 30 Zuhören zunächst die Frage, ob man Literatur unter diesem Namen ankündigen dürfe, zumal das Ganze dem Titel nach nicht ganz jugendfrei war.

Die Antwort lautete eindeutig Ja. Auch wenn beide Akteure mit einem Augenzwinkern auf Plakaten vor dem eigenen Schaffen warnen und lieber Schiller und Goethe empfehlen.

Die Zutaten an diesem Abend stimmten, wie die Reaktionen des Publikums zeigten, das vor allem empfänglich für heitere Texte war. Die beiden Kollegen und Freunde vereint die Sprache, die zum Teil sehr philosophisch angelegt ist. Auch legen beide Verfasser Wert auf stark autobiographische Züge, die sogar soweit gehen können, dass davon am Ende gar nichts mehr autobiographisch, sondern nur noch wahr ist. So passiert in dem Text „Wie ich von der Bundeswehr zwei Kisten Bier geschenkt bekam“ aus der Feder von Marko Kruppe, der sich als Künstler M. Kruppe nennt.

Beide trugen diese Zeilen, die eine Musterung zum Inhalt haben, im Dialog und stark theatralisch vor. Das Publikum sparte nicht mit Beifall. „The Show must go on“ so das Motto von „Sex & Drugs & LiteraTour“, denn laut Marko Kruppe ist auch klar: „Literatur muss Entertainment sein.“

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