In Ranis trifft Alkohol auf Literatur

Ranis  Marko Kruppe und Ralf Schönfelder preisen auf Burg Ranis eine wirkmächtige Kreativbeziehung

Ralf Schönfelder und Marko Kruppe (von links) mit der Literarischen Destille auf Burg Ranis

Ralf Schönfelder und Marko Kruppe (von links) mit der Literarischen Destille auf Burg Ranis

Foto: Martin Lücke

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Es gibt wohl kaum einen besseren Abend für eine alkoholschwangere Lesung auf Burg Ranis als einen auslaufenden Donnerstag im dunklen November. Der Stoff wärmt die Seele und die Bücher und der historische Ort stiften ein Gefühl von Würde und Sinn.

Die beiden Vortragenden, Ralf Schönfelder und Marko Kruppe, lesen im Rahmen ihrer „Literarischen Destille“-Tour aus Texten vierer Schriftsteller und stellen deren Beziehung zum Alkohol und dessen Bedeutung fürs Werk in den Vordergrund.

Als allerletzte Vorbereitung im Anschluss an den Mikrofon-Check platzieren beide jeweils ihre flüssige Abendunterstützung auf dem Tisch. Schönfelder: Rotwein, Kruppe: Bier. Es sind nicht die einzigen Flaschen, denn der Abend dreht sich um Malcolm Lowry und den Gin, Wenedikt Jerofejews Liebe zum Wodka und Heiner Müllers Hang zum Whiskey.

Zum Einstieg aber ist es Ernest Hemingway, dessen Schaffen per Blick durch den Schnapsglas-Boden unter die Lupe genommen wird. Einem Auszug aus Hemingways Reiseerinnerungen „Paris – Ein Fest fürs Leben“ geht eine Quizfrage ans Publikum zu eben diesem Band voraus. Die Belohnung für die richtige Antwort: passend zum Autor ein Glas feinen Rums.

Der Textvortrag kurz zusammengefasst: Regen in Paris, nasses Laub am Boden, eine Bus-Endstation, beschlagene Café-Fenster. Dahinter schmutzige Leiber, Traurigkeit und Trunkenheit, Armut. Der Abend wirkt entspannt und alles andere als bis ins letzte Detail durchgeplant. Die Hauptpersonen gestalten einen lockeren Fluss, streuen Anekdoten und versuchen, im besten Falle eine wohlige Kneipen-Atmosphäre zu simulieren, wenn sie sich Sätze und kleine Spitzen hin- und herwerfen.

Das Publikum (Geschlechterverhältnis 50/50) geht den Weg gern mit, woran an dem Abend sicher auch die Versorgung mit Hoch- und Niedrigprozentigem einen Anteil hat. Dafür zeichnet die Geraer Agentur für alternative (Genuss)Kultur „Outbird“ unter Tristan Rosenkranz verantwortlich. Die Bar hat feine Whiskey-Varianten und mehr im Angebot.

Das Fazit des Abends: Alkohol und Literatur bilden einfach ein hübsches Paar.

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