Ulla Spörl bringt Roman über Geraer David Gottfried Schöber heraus

Gera  Autorin Ulla Spörl bringt historisch-biografischen Roman „Handelswege“ über den Geraer David Gottfried Schöber heraus

Autorin Ulla Spörl mit ihrem neuen Buch „Handelswege“.

Autorin Ulla Spörl mit ihrem neuen Buch „Handelswege“.

Foto: Katja Grieser

Vor wenigen Wochen ist das Buch „Handelswege“ erschienen. Ulla Spörl, in Schleiz geboren und seit 1988 in Gera zu Hause, nimmt den Leser darin mit auf eine Reise durch das Leben von David Gottfried Schöber. Gelehrter, Kaufmann, Bürgermeister von Gera – er war ein vielseitiger Mann, „er stach aus der Masse raus“, hat die Autorin bei ihren Recherchen festgestellt.

Durch Zufall war Spörls Mann Frank Rüdiger auf David Gottfried Schöber gestoßen. Beim Hermann-Kesten-Stipendium in Geras Partnerstadt Nürnberg sollte der Bezug zwischen Gera und dem Maler Albrecht Dürer hergestellt werden. „Eigentlich gibt es da keinen“, sagt Ulla Spörl schmunzelnd. Über Umwege hat Rüdiger dann aber doch einen entdeckt.

David Gottfried Schöber lebte von 1696 bis 1778, ließ sich in Nürnberg zum Kaufmann ausbilden und arbeitete dort. „Er kam nach Gera zurück mit vielen Erfahrungen“, weiß die 62-Jährige. Bekanntschaften mit Gelehrten, Kunstsammlern und Studenten führten dazu, dass sich Schöber autodidaktisch Lateinisch und Griechisch beibrachte, so die Schriften lesen konnte.

Kaufmann blieb für den ­ ­Geraer lediglich ein Job, er lebte seine Vorliebe für Forschung und Kunst aus. Dafür hatte er mehr Zeit, nachdem er mit seinem Schwiegervater ein Kontor eröffnete und dann für sich arbeiten ließ. „Er beschäftigte sich viel mit historischen und religiösen Themen und hat zeitlebens über Dürer geforscht“, erzählt Ulla Spörl. Schöber hat unter anderem die überall auf der Welt verstreuten Werke des Künstlers aufgelistet, eine Dürer-Biografie geschrieben, in Italien und Ungarn nach den Wurzeln des Malers geforscht.

Herausgefunden hat die Autorin das bei ihren Recherchen in Stadt- und Staatsarchiven in Gera und Nürnberg und von den 27 Publikationen von David Gottfried Schöber. „Die lesen sich ein wenig holprig, sind aber verständlich“, erzählt Ulla Spörl. Nun hätte sie ihre Forschungsergebnisse in einem Sachbuch veröffentlichen können. „Aber ich finde Sachbücher so langweilig. Über einen Roman lässt sich der Bezug der Person viel besser nachvollziehen“, erklärt sie ihre Entscheidung für die Romanform. In einer Vorab-Auflage sind 50 Exemplare des Buchs gedruckt worden, im Greifenverlag soll es bald erscheinen.

Die Autorin, die seit 2005 freiberuflich tätig ist, sitzt aktuell bereits an ihrem nächsten Projekt. „Ich schreibe gerade an einem Gera-Krimi“, verrät Ulla Spörl. Wahrscheinlich Ende des Jahres wird der veröffentlicht werden.

Am Dienstag, 17 Uhr, stellt Ulla Spörl ihr Buch „Handelswege“ beim Treffpunkt Bibliothek vor.