Wolf Biermann fesselt in Geraer Salvatorkirche mit seiner Autobiografie

Gera  Rund 350 Besucher erleben in der Geraer Salvatorkirche einen spannenden Abend mit Wolf Biermann.

Wolf Biermann sorgte bei der Vorstellung seiner Autobiografie "Warte nicht auf bessere Zeiten" mit mitreißend geschilderten Anekdoten aus seinem bewegten Leben für eine mit 350 Besuchern nahezu voll besetzte Geraer Salvatorkirche.

Wolf Biermann sorgte bei der Vorstellung seiner Autobiografie "Warte nicht auf bessere Zeiten" mit mitreißend geschilderten Anekdoten aus seinem bewegten Leben für eine mit 350 Besuchern nahezu voll besetzte Geraer Salvatorkirche.

Foto: Marcel Hilbert

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Mal schrie er, mal ließ er die Stille wirken, mal stand er auf und gestikulierte wild, mal saß er entspannt im Sessel, als plaudere er im familiären Kreis. Immer aber fesselte Wolf Biermann bei seinem Gastspiel am Sonnabend in der mit 350 Besuchern nahezu voll besetzen Geraer Salvatorkirche. An gleicher Stelle hatte er bereits im Jahr 2000 gastiert.

Dass der Liedermacher und Poet sein „manchmal viel zu interessantes Leben“ in Buchform goss, erscheint nur folgerichtig. Wie er die 2016 erschienene Autobiografie „Warte nicht auf bessre Zeiten!“ in Gera präsentierte, ging aber weit über eine Lesung hinaus. Schließlich ließ er vorlesen, nahm sich im Gespräch mit Moderator Andreas Öhler lieber den Raum, seine Anekdoten und Erinnerungen frei, spontan und mitreißend unterhaltsam zu schildern und zu kommentieren. Warum erst jetzt eine Autobiografie, wollte Öhler wissen. Weil er Angst hatte, ein so dickes Buch zu schreiben, sagte Biermann. Er sei als Lyriker und Liedermacher mehr der Sprinter, als der Marathonläufer, der Romane schreibt. Weil manche Dinge inzwischen so oft erzählt wurden, dass sie schon fast nicht mehr wahr sind, erwiesen sich zwei Gedächtnisstützen als besonders wertvoll: sein Tagebuch und die Stasiakten, beides „deutsche Wertarbeit.“ Im Fall der Stasi gelte: „Das waren zwar Verbrecher, aber keine Idioten, die haben sich nicht selbst in die Tasche gelogen.“ Mit derlei klaren Worten nahm er das Publikum mit, mit dem er schon vor Beginn der Veranstaltung das direkte Gespräch suchte. Für Frank Karbstein vom Verein Gedenkstätte Amthordurchgang Gera, der den Auftritt Biermanns gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte, war der Blick auf die vollen Sitzreihen ein sehr beglückender. Gerade mit Blick auf den 20. Geburtstag des Vereins am 18. November sei es schön, wenn dessen Angebote so angenommen werden.

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