Bad Lobenstein: Wärmender Kunstgenuss bei sonntäglichem Schneetreiben

Bad Lobenstein  Viacheslav Apostel-Pankratowsky erinnerte im Neuen Schloss an Aushängeschilder der musikalischen Romantik

Pianist Viacheslav Apostel-Pankratowsky überzeugte am Sonntagabend mit Werken von Franz Schubert und Franz Liszt.

Pianist Viacheslav Apostel-Pankratowsky überzeugte am Sonntagabend mit Werken von Franz Schubert und Franz Liszt.

Foto: Roland Barwinsky

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Einen Ausflug in die Welt der musikalischen Romantik unternahmen am Sonntag zahlreiche Zuhörer im Neuen Schloss in Bad Lobenstein. Gemeinsam mit dem einst in Moskau aufgewachsenen und seit 2017 in der ostthüringischen Kurstadt lebenden Pianist Viacheslav Apostel-Pankratowsky. Rein vorsorglich integrierte der Vortragende vorab zwei ganz große romantische Aushängeschilder der klassischen Musik in das Repertoire dieses Nachmittags. Zunächst erfreute er das Publikum mit einem Werk von Franz Schubert (1797 bis 1828). Der in der Nähe von Wien Geborene soll einst geäußert haben: „Heitere Musik? Ich kenne keine heitere Musik!“ Und hinterließ als Notenerbstück trotzdem auch das an eine Sonate erinnernde „Vier Impromptus“. Ein anfänglich zu hörendes recht balladeskes Allegro mündete zum Finale in fast schon stürmisch zu bezeichnende klingende Tonfälle. Der Pianist zeichnete sich durch hohe Konzentrationsleistungen und extreme Hingabe aus. Er verinnerlichte nicht nur die anspruchsvollen Vorlagen, sondern gab mit Charme seine künstlerischen Ergebnisse direkt an die Zuhörer weiter.

Gleitend gelang Viacheslav Apostel-Pankratowsky der Übergang zu Franz Liszt (1811 bis 1986), einer weiteren Galionsfigur der musikalischen Romantik. Liszts „Sechs Consolations“ führten direkt in einen scheinbar nie endenden Traum. Ruhig, sanft und etwas zart empfanden Aufmerksame den Beginn dieses Stückes. Es wurde dann fast im Sekundentakt schneller und flotter. Und gefühlte fünf Minuten später gelang mit harmonischen Noten der Weg zurück aus der Fantasiewelt hinein in die irdische Realität. Zeit zum Verschnaufen gab es nur ganz kurz. Auf der Zielgeraden strotzte der Künstler nochmals mit weiteren Innovationen. Viacheslav Apostel-Pankratowsky wagte sogar Genre-Grenzüberschreitungen und landete ganz zum Schluss bei Glenn Miller (1904 bis 1944) und erhielt anschließend seinen Lohn in Form von herzlichen Applaus.

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