Band der Woche: Pool aus Erfurt - Erst ein Album, dann Konzerte

Sie sind einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Doch Bandgründer Sascha weiß ziemlich genau warum. Während die meisten anderen Bands sich zusammenfinden, so viel wie möglich Live-Erfahrung sammeln und dann früher oder später ein Album machen, sind Pool erst live aufgetreten, als sie ihr erstes Album in der Tasche hatten.

Im Studio: Band "Pool" aus Erfurt - von links Micha, Nils, Sascha und Andy.

Im Studio: Band "Pool" aus Erfurt - von links Micha, Nils, Sascha und Andy.

Foto: zgt

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Die Entscheidung für diesen Weg begründet Sascha mit seiner langjährigen Erfahrung nicht nur als Musiker, sondern auch als Hörer und vor allem Konzertbesucher. Oft genug habe er den Fall erlebt: Man geht auf ein Konzert, da spielt eine durchaus interessante Band, von der man gern eine CD hätte. Dass dann so viele nichts vorzuweisen haben, ist wirklich dumm; denn, so Sascha, er wisse genau, nach zwei, drei Tagen hat man die Musik und damit in der Regel auch den Bandnamen wieder vergessen.

Deshalb sind Pool - nach ihrer Gründung 2011 und intensiven Proben - zunächst ins Studio gegangen, haben ihr Album aufgenommen und produziert. "Amnesie" heißt es, und die Fans rissen es ihnen aus den Händen, als sie dann anfingen live zu spielen, so dass es inzwischen "Amnesie 2.0" gibt - das ist Amnesie erweitert um zwei neue unplugged Titel.

Auf dem Weg zum zweiten Album

Der Plan ging also mehr als auf. Inzwischen sind die Alternative-Rocker auf dem Weg zum zweiten Album, das in Kürze erscheinen soll. Trotz aus persönlichen Gründen notwendig gewordenen Wechseln in der Besetzung hat das ursprüngliche Konzept der Band mit Erfurter Wurzeln nichts an Frische verloren. Auch nicht an Frechheit und erst recht nichts an Professionalität. Schließlich wurden aus fünf vier - Anja, der rothaarige Blickfang musste sich gegen das zeitintensive Hobby Musik entscheiden. Immerhin wird eisern mindestens zweimal pro Woche geprobt - Aufnahmesessions und Video-Drehs nicht mitgerechnet.

Und auch am Schlagzeug gab es Veränderungen. Aktuell sitzt da an der Seite der beiden Gitarristen und Sänger Sascha und Micha Nils. Er kam für seine Ausbildung an der Bauhausuni nach Weimar. Musik hatte er schon in seiner Heimatstadt Münster gemacht. Und das wollte er fortsetzen. Die Anzeige, dass Pool einen neuen Schlagzeuger suchten, kam ihm da gerade recht. Er bewarb sich, wurde zur Audition eingeladen und siegte. Elf oder zwölf Bewerber hatte die Band eingeladen, erinnert sich Sascha.

Und die Auswahl war wirklich ein kompliziertes Unterfangen. Immerhin muss das nicht nur musikalisch passen, sondern auch menschlich. Daran, dass die Entscheidung für Nils die richtige war, hat Sascha genauso keine Zweifel wie der Schlagzeuger selbst. "Richtig dicke Freunde" seien sie inzwischen. Dass mit Nils, der dort eine Ausbildung macht, auch der Kontakt zum Studio der Bauhaus-Universität kam und damit einzigartige Produktionsbedingungen, war das Sahnehäubchen.

Auch am Bass ging es nicht ohne Besetzungswechsel ab. Zur Zeit wirkt da vertretungsweise Andy.

Stärkste Waffe ist das Wort

Vielfältig sind die musikalischen Einflüsse und Erfahrungen, die die Musiker mitbringen, ebenso vielfältig wie die Stilrichtungen, die sie prägten, und die sie außerhalb hören. Eher aus der Metal-Richtung kommt Nils. Sascha, der schon in diversen Formationen Musik gemacht hat und damit auch schon über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus mächtig herumgekommen ist, macht aus seiner Bewunderung für Daniel Wirtz kein Geheimnis. Und auch wenn die Musik von Pool absolut eigene Wege geht, ein bisschen ist dieser Einfluss spürbar.

Das mag vor allem an der Präsentation der Worte liegen. Die versteht Sascha, der kreative Kopf, als "seine stärkste Waffe". Mit seinen Texten will er etwas bewegen. Ihre Musik ist das, worauf sie "Bock haben". Da wird sich nicht groß an irgendwelchen zuordnenden Begriffen aufgehalten: Rockmusik mit deutschen Texten, bringt Sascha es auf den Punkt. Dass diese Musik die Leute etwas angeht, ist ihnen allerdings wichtig. Und bisher hat das auch immer irgendwie geklappt.

Musikalisches Denkmal für "Homebase" Erfurt

Die meisten Texte stammen von Sascha; und der bringt sie mit in den Probenraum. Dort wird gejamt und der Song gemeinsam entwickelt. Immer mit dem Drang, ihre eigene Musik zu machen - gecovert haben Pool eigentlich nie -, haben sie ihr Repertoire entwickelt. Zwei Musik-Videos konnten sie produzieren. Hier war Nils treibende Kraft und kreativer Kopf zugleich und nun erscheint Album Nummer zwei. Das ist so gut wie fertig und die Vorfreude ist riesig. Sascha meint: "Ich schäme mich nicht für die erste CD, aber auf die zweite bin ich stolz." Ihrer "Homebase" Erfurt, in der sie von Anfang an viel Unterstützung erfahren haben, setzen sie damit ein wenig ein Denkmal – nicht nur das Cover setzt da deutliche Akzente.

"Zeit für mehr" haben sie das Album genannt, für das sie sich auch bewusst Zeit gelassen hatten. "Kurz und knackig" sei das - neun Titel, die hörbar aus einer anderen Zeit stammen als jene auf "Amnesie". Geschichten aus ihrem Leben wollen sie damit erzählen. Und daran werden sie auch in Live-Konzerten anknüpfen.

Allmählich wollen sie auch wieder darüber nachdenken, einen professionellen Booking-Partner zu finden; wobei ihre bisherige Erfahrung lehrt, dass die Vermarktung regional am besten funktioniert, sie tatsächlich von ihrer Thüringer Homebase aus den Radius erweitern sollten.

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