Benefiz konzert auch im nächsten Jahr am 30. März im Jenaer Volkshaus

Jena  Das Benefizkonzert der Jungen Orchesterakademie Bayreuth gastiert am 30. März im Jenaer Volkshaus. Der Erlös des letzten Konzerts ging gestern an die Elterninitiative für krebskranke Kinder und die Kinderhilfestiftung Jena.

Der Auftritt der Internationalen Orchesterakademie Bayreuth mit Dirigent Simon Gaudenz begeisterte die Gäste im Jenaer Volkshaus unter anderem mit der 1. Sinfonie von Beethoven. Foto: Michael Groß

Der Auftritt der Internationalen Orchesterakademie Bayreuth mit Dirigent Simon Gaudenz begeisterte die Gäste im Jenaer Volkshaus unter anderem mit der 1. Sinfonie von Beethoven. Foto: Michael Groß

Foto: zgt

Über Sinn und Nutzen der Kunst kann man bekanntlich lange und trefflich streiten. Beim mittlerweile achten Gastspiel der Internationalen Jungen ­Orchesterakademie des Bayreuther Osterfestivals in Jena ist das allerdings nicht nötig. Denn die Veranstaltung am 30. März des kommenden Jahres wird gleich dreifachen Nutzen erfüllen: So stehen die musikalische Nachwuchsförderung, die Völkerverständigung und der gute Zweck zugunsten Jenaer Vereine im Fokus des Orchesterabends. Doch der Reihe nach:

Es ist mittlerweile über ein halbes Jahr her, doch der Klang 86 junger Musiker aus 36 Nationen hallt noch immer nach. Gemeint ist nicht der Mitschnitt dieses Konzerts mit Beethovens 1. und Bruckners 6. Symphonie – auch wenn der absolut hörenswert ist – sondern das Spendenergebnis aus der Benefizveranstaltung. Der Erlös von ins­gesamt 12 000 Euro gehe zu ­gleichen Teilen an die Kinderhilfestiftung sowie die Elterninitiative für krebskranke Kinder (EKK), wie der Stiftungsvorstand gestern erklärte.

Beide Vereine können das Geld gut gebrauchen. So erklärte Felix Zintl von der Kinderhilfestiftung, dass man seit der Gründung vor 25 Jahren bereits etwa 5,7 Millionen Euro in Thüringer Kinderkliniken investiert habe, und das parallel zu den offiziellen Geldgebern. „Das zeigt, wie notwendig die Stiftung ist“, sagte Zintl. Außerdem mache auch der anstehende Umzug der Kinderklinik nach Lobeda neue und oft sehr teuere Medizintechnik notwendig.

Der Umzug in Richtung Klinikum ist auch ein Thema, das Katrin Mohrholz von der EKK seit langem umtreibt. Denn dies mache den Bau eines nahegelegenen Elternhauses notwendig, erklärte sie. Von den veranschlagten Kosten für das geplante „Haus Ekkstein“ von 1,6 Millionen Euro (wir berichteten) seien aktuell bereits 1,2 Millionen Euro beisammen. „Das heißt: wir bauen auf jeden Fall“, sagte Mohrholz freudestrahlend. Bis dahin zähle aber weiterhin jeder Cent, sagte sie mit Dank an Stiftung und Orchesterakademie.

Aber nicht nur Gutes für Region und junge Musiker wolle man tun, sondern auch für die internationalen Beziehungen, erklärte der Jenaer Chemieprofessor Ulrich S. Schubert, der den Vorsitz über die Kultur- und Sozialstiftung „Internationale Junge Orchesterakademie“ inne hat. „Die Veranstaltung ist uns eine Herzenssache und trägt den Aspekt der Völkerverständigung. Musik führt Menschen zusammen“, erklärte Schubert. In den letzten Jahren hatte es die Orchesterakademie immer wieder geschafft, Musiker von allen fünf Erdteilen für die Konzertreihe zu vereinen. Und auch für 2016 versprach der Stiftungsvorsitzende eine bunte Melange. Man versuche wieder einmal die 30 Nationen zu übertreffen. „In Zeiten von Protesten wie denen in Dresden ist das ein wichtiges Zeichen“, sagte Schubert.

Aus Jenas Musikleben nicht wegzudenken

Ein Gedanke, den auch Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter unterstützte. Für ihn sei es immer wieder beeindruckend, Musiker beispielsweise aus Süd- und Nordkorea friedlich nebeneinander spielen zu sehen. Als Stadt habe man die Internationale Junge Orchesterakademie daher von Anfang an unterstützt. „Mittlerweile ist es aus dem Musikleben Jenas nicht mehr wegzudenken“, erklärte Schröter.

Dass das Konzert inzwischen tatsächlich schon zur festen Tradition geworden ist, sei aber letztlich auch den Sponsoren zu verdanken, wie Schubert bekräftigte. So sind Jenoptik, die Volksbank Gera-Jena-Rudolstadt, die Universität Jena sowie der Rotary-Club „Ernst Abbe“ wieder mit an Bord, wenn im März unter anderem Johannes Brahms 4. Symphonie erklingt. Zudem dürfen sich die Jenaer auf Stücke des Komponisten Max Reger freuen, der ja selbst einige Jahre in der Saalestadt verbrachte. Unter Dirigent ­Dorian Keilhack wird beispielsweise „Eine Ballettsuite op. 130“ von ihm zu hören sein.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass der symphonische Orchesterabend für Musikfreunde vielleicht noch einen vierten Nutzen erfüllen könnte: Weihnachten steht vor der Tür. Die Karten – ein potenzielles Geschenk also – gibt es ab heute. Die CD vom letzten Konzert übrigens auch. Und auch hier wird der Großteil des Kaufpreises gespendet.

Konzertkarten gibt es im Pressehaus von OTZ und TLZ sowie unter www.ticketshop-thueringen.de

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