Bezaubernde Musik aus drei Jahrhunderten im Neuen Schloss Bad Lobenstein

Bad Lobenstein  Trio Incantando spielen Konzert im Neuen Schloss Bad Lobenstein

Daniela Döhler-Schottstädt (v.l.), Christine Nitsche und Pia Scheibe begeisterten am Sonntag im Neuen Schloss Bad Lobenstein.

Daniela Döhler-Schottstädt (v.l.), Christine Nitsche und Pia Scheibe begeisterten am Sonntag im Neuen Schloss Bad Lobenstein.

Foto: Roland Barwinsky

Incantando heißt bezaubernd. Und wie das musikalisch bestens funktioniert, zeigte am Sonntagabend ein einfühlsam musizierendes weibliches Trio im Neuen Schloss Bad Lobenstein. ­Christine Nitsche an der Harfe, Pia Scheibe an der Flöte sowie Daniela Döhler-Schottstädt an der Viola brachten die richtigen musikalischen Grüße aus drei Jahrhunderten für die sanft zuende gehenden lauen Frühlingsstunden mit.

Überrascht wurde das Publikum zum Auftakt mit einer Sonate von Jean-Marie Leclair(1697-1764) – einem französischen Komponisten, der auch Ballettmeister war und dessen Leben gewaltsam endete. Er gilt als einer der elegantesten Vertreter innerhalb seiner Sparte. Als ein Mann, welcher die barocke Schönheit seiner Zeit in eigene Werke voller Hingabe integrierte. Entsprechend gefühlsbeladen entwickelte sich die Atmosphäre im Konzertsaal. Die Aufführenden wirkten extrem konzentriert und sorgten zugleich immer wieder für beruhigende Minuten. Recht leicht gestaltete sich mit diesen doch recht angenehmen Begleitumständen der Übergang zu einer Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach(1714-1788), die lange Zeit seinem berühmten Vater zugeordnet wurde. Der Komponist und Kirchenmusiker schuf mit der im Stück erkennbaren em­pfindsamen Melodik, gepaart mit kraftvollen Schwungbögen, bleibende Werte. Vor allem eignete sich diese klingende Erbmasse bestens für die Harfe.

Kurz vor der Pause erreichte die Zuhörer mit Hilfe der Hinterlassenschaft von Jacques Ibert (1890-1962) das vergangene Jahrhundert voller Brüche und ideologischer Irrwege. Ibert selbst galt als vielseitig. Er komponierte Opern, Filmmusiken, Bühnenstücke, beschäftigte sich gern mit dem Impressionismus plus Neoklassizismus. Im zweiten Teil spielten die Musikerinnen zunächst eine Sonate für Flöte, Viola und Harfe von Claude Debussy (1862-1918), die mitten im Ersten Weltkrieg entstand. Der Urheber wollte sich damals auch von eigenen ­Depressionen befreien.

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