Fischschnuten mit Marmelade: Frühlingskonzert des Knabenchores Jena

Tierisch vergnügliches Frühlingskonzert des Jenaer Knabenchores

Das Frühlingskonzert des Knabenchores der Jenaer Philharmonie begeisterte am Sonntag im gut gefüllten Jenaer Volkshaus die Besucher. Foto: Archiv/ Jürgen Scheere

Das Frühlingskonzert des Knabenchores der Jenaer Philharmonie begeisterte am Sonntag im gut gefüllten Jenaer Volkshaus die Besucher. Foto: Archiv/ Jürgen Scheere

Foto: zgt

Jena. Hätte sich dieser so verspätete Lenz nicht am Sonntag endlich aufgerafft, sie hätte ihn herbeigesungen. Denn wer hätte nicht das Frühlingskonzert des Knabenchores der Jenaer Philharmonie mit Sonne im Herzen verlassen. Anderes war auch nicht zu erwarten gewesen, wie gewohnt erfreute dieses Ensemble unter Leitung von Berit Walther die Gäste im gut gefüllten Jenaer Volkshaus nicht nur mit der Strahlkraft seiner jungen Stimmen und einem abwechslungsreichen Programm.

Ebenso viel Spaß bereitet nicht nur Eltern und Großeltern die lustvolle Zusammenarbeit der Dirigentin und ihrer jungen Talente. Sie ermöglichte die differenzierte und musikalisch ausdrucksreiche Gestaltung der Kompositionen aus verschiedenen Epochen, was auch auf dem schwierigem Niveau eines "Affengesangs" noch überzeugend und leichtfüßig daherkam. Das tierische Metier einte die ­Titel. So durften zunächst die Knirpse des Vorkurses unter Leitung von Stefan Puppe mit "Unsere Katz‘ heißt Morle" oder Beethovens "Lied des Marmottenbuben" zeigen, dass sie auf bestem Wege sind.

Anschließend präsentierte der Konzertchor von barocker Komposition wie "Wacht auf, ihr schönen ­Vögelein" über knifflig-reizvolle Sätze bekannter Kinderlieder wie "Die Vogelhochzeit" bis zu neckischer zeitgenössischer Chorliteratur wie "Fisches Nachtgesang", Martin Evanzins originelle "Vertonung" von Christian Morgensterns gleichnamigem stummen Galgenlied. Ein paar Takte brauchte das Publikum hier, den Clou zu ­begreifen, dann herrschte Heiterkeit im Saal, schließlich besteht Fisches Nachtgesang aus nichts als von der Chorleiterin wohlgeführten Öffnung der Sängerschnuten, eine zwar tonlose und doch dynamische Darbietung.

Wundervoll harmonierten Hannes Meyer und Armin Werner im Katzenduett "Duetto ­buffo di due gatti", überzeugten nicht nur die feine Beherrschung ihrer kindlichen Soprane sondern durchaus schauspielerisches Talent. Gleiches gilt für Felix Sokoll, der keine Mühe scheute, Chor und Publikum vor einem fetten Brummer zu bewahren, bis der im Marmeladenglas ersoff, ein "Süßer Tod".

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