Reizende Amy, beeindruckender Morten: Tausende bei AIDA Night of the Proms

Die "AIDA Night of the Proms" lockte am Mittwochabend 7500 Besucher in die ausverkaufte Erfurter Messehalle - mit großartigen, internationalen Künstlern und dem 75-köpfigen Sinfonieorchester Il Novecento.

Foto: zgt

Erfurt In der kurzen Zwischenpause im Programm von "AIDA Night of the Proms" am Mittwochabend in der Erfurter Messehalle war an der Abendkasse schon wieder die Hölle los. Der Grund: Es gab an diesem Abend im Vorverkauf bereits die neuen Karten für die Veranstaltung im nächsten Jahr. Ohne, dass ein einziger Künstler für den 17."Dezember 2014 benannt wurde.

Die Konzertreihe "Night of the Proms", das erfolgreichste Musikfestival Europas, verbindet Klassik und Popmusik mit modernster Lichttechnik zu einem altersumspannenden Konzerterlebnis. Und das schon sehr erfolgreich seit 20 Jahren. Der Name steht für Qualität und große Künstlernamen - deshalb verkaufen sich die Karten nahezu unbesehen.

Auch die Jubiläumsausgabe am Mittwoch: ausverkauft, 7500 Besuchern. Sie waren gekommen wegen Mark King, dem Frontmann und Bassisten von Level 42, natürlich wegen Morten Harket von A-ha, der bezaubernden Amy Macdonald aus Schottland, The Baseballs und wegen des Briten John Miles, der bis auf drei Ausnahmen schon seit 20 Jahren mit "Night of the Proms" durch Deutschland tourt.

Ein bestens gelaunter Uwe Bahn führt an diesem Mittwochabend als Moderator durch eine dreistündige wilde Pop-Klassik-Piano-Chor-Show. Schon der Auftakt - fulminant. Das 75-köpfige Sinfonieorchester Il Novecento, zusammengesetzt aus Musikern der ganzen Welt, unter der Leitung von Dirigent Robert Groslot sowie der Chor Fine Fleur stimmen das Publikum ein. Dazwischen die quirlige Ausnahmepianistin aus Japan, Hiromi.

Schließlich bringen die drei Spaßvögel von The Baseballs mit Coverversionen, Lederjacken, Elvis-Frisuren und engen Jeans die Leute zum Aufstehen und Mitwippen. Es kommt Stimmung auf - erst recht bei der pfiffigen Rock'n'Roll Version von Rihannas "Umbrella".

Pop trifft Klassik, das große Leitthema der Reihe, setzt sich den ganzen Abend fort. Der Chor singt aktuelle Popsongs von Lady Gaga über Coldplay bis hin zu Aloe Blacc und Avicii. Das klingt großartig, überraschend irgendwie. Hiromi, deren Kompositionen zwischen Jazz, Avantgarde und Rock wechseln, lässt ihre Finger über die Tasten fliegen, improvisiert "Rhapsody in Blue", lacht, tanz, turnt nebenbei an ihrem Instrument. Schließlich steht John Miles auf der Bühne, der Erfinder der Night of the Proms-Reihe. Er singt den legendären Song "Feeling Good" und beweist an der E-Gitarre einmal mehr, warum er schon mit Joe Cocker und Tina Turner auf der Bühne stand.

Es geht zügig durchs Programm. Was gut ist, so steht schneller als erwartet die bezaubernde Amy Mcdonald aus Schottland auf der Bühne. Mit stahlblauen Augen, voll Energie, mit ihrer Gitarre und ganz ohne Glitter. Vier Hits gibt sie zum Besten, darunter ihren großen Hit "This Is The Life". Das erste Mal sei sie in Erfurt, erzählt sie und betont, welch Ehre es sei, mit solch großem Orchester zu spielen. Das Publikum ist fasziniert von dieser Frau mit der beeindruckenden Stimme.

Zwischen weiteren Einsätzen von Chor, Orchester und Hiromi singt der Altmeister am Bass, Mark King von Level 42, drei Titel, darunter einen seiner größten Hits: "Lessons in Love". Dann gehört die Bühne einem der schönsten und sympathischsten Norweger: Morten Harket, Stimme von A-haGanz unprätentiös mit schwarzem Shirt und Brille singt er Welthits wie "Stay on these Roads" und "The Sun Always Shines On TV" und rührt das Publikum mit einer Stimme, die auch nach 27"Jahren auf der Bühne in unglaubliche Höhen zu klettern vermag. Ein Auftritt, der Eindruck hinterlässt.

Bild 1: Die 20. Ausgabe der Konzertreihe "AIDA Night of the Proms" fand am Mittwochabend in der Erfurter Messehalle statt. Einer der großen Stars an diesem Abend war Amy Macdonald aus Schottland. Mehr Fotos unter www.otz.deFoto: Marco Kneise

Bild 2: Als krönender Abschluss betrat am Mittwoch Morten Harket, der Sänger von a-ha, die Bühne, spielte neue Lieder, aber auch die alten Hits wie "Stay On These Roads".

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