Sängerkreis-Chöre rücken in Stadtroda zusammen

Stadtroda  Mit begeistertem Applaus endete das Abschlusskonzert des Sängerworkshops „Thuringia Cantat regional“ Samstagabend in der Stadtkirche Stadtroda. Chöre erarbeiten gemeinsames Liedgut.

Mit stimmgewaltigem Sologesang hatten die Chorleiterinnen Susann Seidel-Glück und Geertje-Marie Groth (vorn von links) den Auf-und Abgang des Gemeinschaftschores begleitet. 72 Mitglieder aus Chören des Sängerkreises Stadtroda trafen sich am Sonnabend in Stadtroda zum Workshop "Thuringia Cantat". Das Projekt des Thüringer Sängerbundes fand am Abend mit einem Konzert in der Stadtkirche seinen erfolgreichen Abschluss. Foto: Carola Frindert

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Man habe nicht erwartet, dass so viele Besucher kommen würden, brachte Marko Münch am Samstagabend in der Stadtkirche die Freude aller Mitwirkenden zum Ausdruck. Der Vorsitzende des Sängerkreises Stadtroda dankte namens der Teilnehmer des vom Thüringer Sängerbund initiierten Gemeinschaftsprojekts für das große Interesse an dem „kleinen, feinen Konzert“.

Das dauerte in der Tat nur knapp eine Stunde, geriet aber dank einer hochmotivierten Sängerschar und gleichsam ambitionierter wie unterhaltsamer Dirigate zu einem reinen Hörvergnügen.

Im Wechsel von Register- und Tuttiproben waren acht Stunden lang die Titel erarbeitet worden, die am Abend zum Vortrag gelangten. Krankheitsbedingt hatten etliche Teilnehmer abgesagt. Doch mit 72 Sängerinnen und Sängern formierte sich dennoch ein respektabler Projektchor. Mit dem Thüringer Bundeschorleiter, Musikprofessor André Schmidt, und dem Komponisten Ulf Prieß hatten Kreischorleiterin Susann Seidel-Glück und ihre Chorleiterkollegen Geertje-Marie Groth und Ronny Beilschmidt zwei ausgewiesene Profis der Volkschorszene an der Seite. Die Erarbeitung eines gemeinsamen Liedgutes, das thüringenweit abrufbar ist, wo immer sich Chöre treffen, dieses Ziel verfolgt der Thüringer Sängerbund mit dem Projekt „Thuringia Cantat“. Folgerichtig fanden sich auf dem Workshop-Programm nicht nur neue Titel, sondern auch Lieder, die man schon beim ersten Regionaltreffen vor zwei Jahren im Stadtrodaer Felsenkellersaal einstudiert hatte und jetzt vertiefte.

Der von André Schmidt für Chöre arrangierte Klaus-Renft-Titel „Wer die Rose ehrt“ gehört dazu. Dass solcherart Rocktitel eine ganz eigene Textinterpretation erfordern, es mitunter auf einzelne Worte ankommt, war beispielsweise ein Lehrinhalt des Seminars. Geschult wurde, gemeinschaftliches Singen zu entwickeln, in dem man zunächst die eigene Stimme kennenlernt, sie sicher vorträgt und dann beim Hören auf die Stimmen der anderen den Gleichklang sucht.

Im abendlichen Konzert hätte man sich kurze Texteinführungen gewünscht. Etwa für das Singspiel „Un poquito cantas“. Ein bisschen singen und weiter „un poquito bailas“: ein bisschen tanzen, heißt es in der südamerikanischen Weise, die im Refrain mit „Le-lo-la“ reine Freude impliziert.

Die Liedauswahl der Cantat-Bewegung ist auf Ausgewogenheit von Tradition und Moderne ausgerichtet und dies national wie international. Was Samstag in der Stadtkirche zu hören war, spiegelte dies trotz der Kürze in eindrucksvoller Vielfalt wider. Dem andächtigen Auftakt „Der Herr segne dich“ mit Ulf Prieß an der Orgel, dem inzwischen sehr populären „Irischen Segen“ und dem beliebten Gospel „Sana sananina“, war mit „Erlaube mir, feins Mädchen“ das Volkslied, mit „Ich komm bald wieder“ das Stimmungslied, mit Renfts „Rose“ das Kultlied, mit Fats Dominos „I’m walking“ ein Klassiker der schwarzen Rock- and Bluesszene und mit „Good news“ das Spiritual vertreten.

Das Zusammenrücken der Chöre, auch dies eine Botschaft des Workshops, bedeutet die Zukunft der Chöre. Mitgliederschwund verzeichnen alle, längst pflegt man Kooperationen, etwa wie es die benachbarten Gesangsvereine in Bad Klosterlausnitz und Weißenborn tun. Und auch die München- und Kleinbernsdorfer halten fest zum Sängerkreis Stadtroda. „Wir kommen einfach gern hierher“, blickte Ronny Beilschmidt schon auf das Sängerkreistreffen am 26. Juni im Kurpark Bad Klosterlausnitz. Als großer Cantat-Regionalchor dafür einen Programmblock zu gestalten“, das müsste uns dieses Mal gelingen“, gab sich Marko Münch nach dem erfolgreichen Workshop 2015 optimistisch.

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