Von Moskau über Leipzig und Weimar nach Bad Lobenstein

Bad Lobenstein  Pianist Viacheslav Apostel-Pankratowsky lebt seit 2017 in der Kurstadt und fühlt sich hier sehr wohl

Pianist Viacheslav Apostel-Pankratowsky  arbeitet als Lehrer an der Musikschule in Bad Lobenstein und gibt regelmäßig auch Konzerte im Neuen Schloss.

Pianist Viacheslav Apostel-Pankratowsky  arbeitet als Lehrer an der Musikschule in Bad Lobenstein und gibt regelmäßig auch Konzerte im Neuen Schloss.

Foto: Roland Barwinsky

Viacheslav Apostel-Pankratowsky, Jahrgang 1981, ist Kammermusiker, Klavierlehrer, Pianist und Korrepetitor. Am Sonntag konzertiert er im Neuen Schloss Bad Lobenstein. Sein Ruf als aus­gezeichneter Musiker hat sich anscheinend rumgesprochen, denn sein Konzert ist bereits ausverkauft, wie die Stadtinformation in Bad Lobenstein gestern mitteilte. Auf seinem Programmzettel stehen Werke von Franz Schubert und Franz Liszt. Vor seinem Konzert sprach die OTZ mit ihm über seine Wahlheimat, die Faszination musikalischer Romantiker, die russische Seele und eigene Zukunftspläne.

Seit wann und warum sind Sie in Bad Lobenstein?

Im November 2017 kam ich in diese Stadt. Die örtliche Musikschule suchte Nachfolger für eine in Rente gegangene Lehrerin.

Wie kamen Sie überhaupt nach Deutschland?

In Deutschland lebe ich seit 2006. Genutzt wurde von mir damals ein Stipendium für die Weiterführung meiner professionellen Musikausbildung.

Skizzieren Sie doch bitte kurz ihre künstlerische Entwicklung?

In meiner Heimat machte ich zunächst das Abitur an einer künstlerischen Fachhochschule. Es folgte eine Hochschul­studium mit Schwerpunkt ­Klavier. Während dieser Jahre beteiligte ich mich rege an Wettbewerben. Ab 2006 folgte dann ein Aufbaustudium in Leipzig. Danach gab es auch wegen der Finanzkrise und trotz 300 Bewerbungsschreiben meinerseits nirgendwo eine Stelle für mich. Bekannte rieten mir dann zu einem Lehramtsstudium in Weimar.

Am Sonntag spielen Sie im kurstädtischen Neuen Schloss Werke von Franz Schubert und Franz Liszt. Warum?

Beide sind meine Lieblingskomponisten. Ich bin sowieso in der romantischen Musik zuhause. Dort komme ich gedanklich an und kann mich damit auch gut ausdrücken.

Wie spiegelt sich die russische Seele in Ihrem Schaffen wieder?

Die russische Seele ist bei mir fest verankert. Nächste Saison stelle ich in einem Programm verstärkt Werke meiner Heimat vor.

Wie denken Sie über ihr Heimatland?

Ein schwieriges Thema, auch aufgrund des räumlichen Abstands. Eigene Erlebnisse fehlen einfach. Der Alltag dort in Russland ist nicht einfach. Wirtschaftliche Krisen wirken sich leider immer negativ auf das ­Kulturleben aus.

Als Weitgereister leben Sie nun in einer kleinen ostthüringischen Kurstadt? Wie fühlt man sich hier?

Einfach sehr wohl! Von Moskau ging es über Leipzig und Weimar bis nach Bad Lobenstein. Alles wurde immer kleiner und zugleich gemütlicher. Die Mitarbeiter der Musikschule nahmen mich gut an. Der Alltag an dieser Einrichtung ist jetzt mein Leben.

Ihre Vorhaben, Pläne, Hoffnungen und Wünsche?

Zurzeit trete ich mehr im Ausland als hierzulande auf. Ich möchte in Zukunft mehr in Thüringen spielen, in Pößneck oder Saalfeld beispielsweise. Im November werde ich in der Villa Novalis Hirschberg auftreten.

Was möchten Sie abschließend dem Publikum am Sonntag mitteilen?

Entspannen und genießen! Musik spricht für sich selbst. Ich moderiere zwischendurch und stelle kurz die Werke vor. Stimmungsbilder entstehen so von ganz alleine.

Ein weiteres Schlosskonzert mit Viacheslav Apostel-Pankratowsky ist für das Jahr 2020 geplant

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