Nachwuchswerbung in Hochschulenund Kulturförderung in der Mensa

Erfurt.  Das Landeskriminalamt Erfurt soll fester Veranstaltungsort des Krimifestivals Erfurt werden.

Das Landeskriminalamt Erfurt soll Veranstaltungsort für das Krimifestival Erfurt bleiben. Hier der Eingangsbereich in der Kranichfelder Straße 1.

Das Landeskriminalamt Erfurt soll Veranstaltungsort für das Krimifestival Erfurt bleiben. Hier der Eingangsbereich in der Kranichfelder Straße 1.

Foto: Ringo Mühlmann / LKA Thüringen

Eine Leiche liegt nicht alle Tage in der Mensa des Landeskriminalamtes (LKA). Es sei denn, das Krimifestival Erfurt macht dort Station und die Behörde gestaltet das Rahmenprogramm. Dann können, wie im vergangenen Jahr geschehen, die Besucher am nachgestellten Tatort in Augenschein nehmen, wie dort gearbeitet wird, und mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen.

Behörde will Veranstaltungsort des Krimifestivals Erfurt bleiben

Was für dieses Jahr vorgesehen ist, wird noch nicht verraten, aber eines steht für LKA-Präsident Jens Kehr schon fest: „Wir möchten in Serie gehen und künftig regelmäßig zu den Veranstaltungsorten des Krimifestivals gehören.“ Selbstverständlich ist das nicht, ist doch das LKA eine Sicherheitsbehörde, die in der Regel nicht in Erscheinung tritt und das nach Aussagen ihres Präsidenten auch weder soll noch will.

Kunst und Kultur gerade in Corona-Zeiten fördern

Auf der anderen Seite sieht er sein Amt durchaus in der Pflicht, Kunst und Kultur zu stützen, erst recht in Corona-Zeiten. Die Begeisterung, mit der 2019 die Krimifans das Angebot in der Kranichfelder Straße 1 nutzten, bestätigen ihn und das Organisationsteam um Pressesprecherin Manuela Weimann darin, weiterzumachen. „Wir hatten 320 zahlende Gäste“, sagt Manuela Weimann, „wegen Corona dürfen wir allerdings dieses Mal nur 125 einlassen“. Arno Strobel wird zu Gast sein am kommenden Dienstag und seinen Thriller „Die App“ vorstellen – die Lesung ist ausverkauft.

Der gute Kontakt zu Buchhändler Peter Peterknecht, der mit seinen Mitarbeitern das Krimifestival zum fünften Mal auf die Beine stellt, habe zudem die Entscheidung nicht schwer gemacht. „Wir haben ja schon die Kinderbuchtage bei der Landespolizei zu Gast gehabt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Was bei den Kleinen geht, kann für die Großen nicht schlecht sein“, sagt Jens Kehr. Natürlich spiele auch eine Rolle, der Öffentlichkeit die positiven Seiten der Polizei zu zeigen – und um Nachwuchs zu werben. Das geschieht beim LKA allerdings in der Regel an den Erfurter Hochschulen, mit denen die Behörde in einigen Fachbereichen zusammenarbeitet. „Nur etwa 50 Prozent unserer Mitarbeiter sind Polizisten“, erklärt Kehr. „Der Rest sind Wissenschaftler, IT-Experten, Kriminaltechniker, Psychologen, um nur einige zu nennen.“

Privat ist der LKA-Präsident ein Fan von Volker Kutscher. Dessen Kriminalroman-Reihe um Kommissar Gereon Rath, der im Berlin der späten Weimarer Republik und des Nationalsozialismus ermittelt, fasziniert Kehr gerade auch wegen ihrer historischen Bezüge und Handlungsstränge: „Ich warte auf jeden neuen Band.“

Für diese Lesungen des Krimifestivals Erfurt gibt es noch Karten:

Freitag, 16. Oktober, 20 Uhr
Lucas Fassnacht: Die Mächtigen

Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr
Romy Hausmann: Marta schläft Alte Parteischule, Werner-Seelenbinder-Straße 14

Donnerstag, 22. Okt., 20 Uhr:
Alexander Oetker: Zara und Zoë – Tödliche Zwillinge

Samstag, 24. Oktober, 19 Uhr
Su Turhan: Tödliche Auszeit. Ein neuer Fall für Kommissar Pascha

Veranstaltungsort (wenn nicht anders angegeben): Buchhandlung Peterknecht, Anger 28,
Erfurt

Karten: www.ticketshop-thueringen.de