Stadtbibliothek "Heinrich Heine" eröffnet in Gotha

Bibliotheken sind freiwillige Aufgaben der Kommunen. Leiden die Städte an Geldmangel, dann gibt es notgedrungen gerade an dieser Stelle Einschnitte. Gotha aber lässt mit einem Positiv-Beispiel aufhorchen.

Heißt die Besucher herzlich willkommen: Nicole Strohrmann, die Leiterin der Stadtbibliothek "Heinrich Heine" in Gotha. Am Freitag wird der Neubau offiziell eröffnet. Foto: Peter Michaelis

Heißt die Besucher herzlich willkommen: Nicole Strohrmann, die Leiterin der Stadtbibliothek "Heinrich Heine" in Gotha. Am Freitag wird der Neubau offiziell eröffnet. Foto: Peter Michaelis

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Gotha. An historischem Ort - im ehemaligen Winterpalais gleich neben der Orangerie - wird am Freitag die neue Stadtbibliothek "Heinrich Heine" eröffnen. 1700 Quadratmeter Fläche gibt es auf drei Etagen für die Leser. Dazu noch Büroräume. Für Veranstaltungen steht künftig der Hanns-Cibulka-Saal im neuen Nebengebäude zur Verfügung. Bibliotheksleiterin Nicole Strohrmann (46), die erst vor zwei Jahren nach Gotha kam, ist voller Freude: "Diese Bibliothek ist weit über Gotha hinaus ein Glanzpunkt", sagt sie im Gespräch kurz vor der Eröffnung.

5,5 Millionen Euro hat der Bau gekostet; 15 Prozent davon musste die Stadt tragen. Für die Innenausstattung wurden 440.000 Euro fällig; 80.000 Euro kamen vom Land, 200.000 Euro von der Verlegerin Friede Springer, nach der nun ein Gebäudeteil benannt ist, der vor allem auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Zur Einweihung wird am morgigen Freitag in Gotha Alt-Bundespräsident Horst Köhler erwartet. Das ist konsequent: Köhler macht sich seit Jahren für Bibliotheken stark.

Thüringer Bibliothekstag in Gotha zu Gast

So hat er einst im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Anna Amalia-Bibliothek 2007 in Weimar im Gespräch erklärt: "Die öffentlichen Bibliotheken sind weder ein Luxus, auf den wir verzichten könnten, noch eine Last, die wir aus der Vergangenheit mitschleppen: sie sind ein Pfund, mit dem wir wuchern müssen." Damals sagte er auch: "Bibliotheken gehören in Deutschland auf die politische Tagesordnung." Das wird am Freitag der Fall sein, wenn sich Lokal- und Landespolitiker wie Minister Christoph Matschie (SPD) in Gotha treffen. Eine wichtige Rolle beim Bibliotheksneubau spielt Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD): Er setzt mit dem Bau ein Zeichen, das bald weit über die Residenzstadt hinaus zu Kenntnis genommen wird. So haben sich bereits Bibliothekare zu einem bundesweiten Treffen angesagt. Im Herbst wird in Gotha der Thüringer Bibliothekstag zu Gast sein.

900 Kisten mussten gepackt werden. In der Umzugszeit hatte Nicole Strohrmann manch schlaflose Nacht. Doch anders als bei vielen anderen Bauten wurde bei diesem Vorhaben sowohl zeitlich als auch finanziell der Rahmen eingehalten. "Wir hatten das weltbeste Planungsbüro", lobt die Bibliotheks­chefin.

Ihren Wechsel aus dem Hessischen nach Gotha hat sie keinen Tag bereut. Von Anfang an habe ihr die Stadt gefallen - und die Herzlichkeit der Menschen. Sie wollten aus Frankfurt, wo sie lebte, in eine kleine Stadt wechseln. Gotha punktet bei ihr mit seinen Parks und seinem vielfältigen Kulturangebot, zu dem wiederum die Bibliothek selbst einen deutlichen Beitrag leistet.

Eröffnung am Freitag, Tag der offenen Tür am Samstag von 10 bis 17 Uhr. Von Dienstag an dann regulärer Betrieb: dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr. Möglich wird dies bei zehn Personalstellen, die sich 15 Menschen teilen, auch durch die Selbstverbuchung, die jetzt den Nutzern angeboten wird. Neu ist zudem das Lesecafé, in dem Zeitungen und Zeitschriften ausliegen. Und wie es sich für einen Neubau gehört, ist das Haus barrierefrei und hat einen Aufzug. Der bringt die Leser bis unters Dach, wo nun die Kinderbibliothek untergebracht ist.

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