Workshop bei Schleizer Künstlerin Ekaterina Peitz

Die aus Sankt Petersburg stammende Schleizer Malerin und Keramikerin Ekaterina Peitz ist nicht nur gern im Ausland aktiv, sondern lädt auch ausländische Künstler zur Arbeit in die Rennstadt ein.

Ekaterina Peitz (links) aus Schleiz und Vladica Sivcev aus Brüssel haben ihrem Keramik-Workshop den Titel "Konzert für vier Hände und Ton" gegeben. Foto: Peter Cissek

Ekaterina Peitz (links) aus Schleiz und Vladica Sivcev aus Brüssel haben ihrem Keramik-Workshop den Titel "Konzert für vier Hände und Ton" gegeben. Foto: Peter Cissek

Foto: zgt

Schleiz. Nach ihrem knapp zweiwöchigem Arbeitsaufenthalt im Pallazo Ca Zanardi in Venedig wurde am Freitagabend vor einer Woche ihre zweite und abschließende Ausstellung in der Lagunenstadt eröffnet. Während die Vernissagegäste noch ausgelassen plauderten, stieg die Schleizerin in den Nachtzug. Denn am Samstag und Sonntag erwartete sie in ihrem Atelier ­Besucher zum Tag der offenen Töpferei, am Montag darauf die aus Belgrad stammende, in Brüssel lebende Keramikerin Vladica Sivcev zum einwöchigen Workshop.

Kennengelernt hatten sich beide Künstlerinnen 2013 bei einem Keramik-Symposium im lettischen Zvartava und einer anschließenden Ausstellung in Riga. Die beiden Frauen hatten sich vorgenommen, gelegentlich gemeinsam zu arbeiten. "Im vergangenen Jahr war ich bei Vladica in Brüssel und habe einen kreativen Schub erfahren. Nun ist meine Kollegin zum Gegenbesuch in Schleiz", erklärte Ekaterina Peitz.

Ihrer gemeinsamen Arbeit hat Vladica Sivcev den Titel "Konzert für vier Hände und Ton" verpasst. Die Hauptidee ist ein gemeinsames Werk, das aus einzelnen Elementen besteht, zu gestalten. Die Künstlerinnen nahmen sich einen indianischen Totempfahl als Vorbild. Totempfähle wurden und werden aus unterschiedlichen Gründen errichtet. Erinnern die im Freien stehenden Totempfähle bei den Indianern an Verstorbene, erzählen die Geschichte einer Familie oder repräsentieren die Stellung einer Familie innerhalb der Gemeinschaft, sollen die in Schleiz in Arbeit befindlichen Kunstwerke einen anderen Zweck erfüllen. "Sie sind als Zeichen guten Willens, Begeisterung über die Natur und auch als ein schönes dekoratives Element für die Gartengestaltung gedacht. Es ist auch ein Beispiel, wie zwei sehr unterschiedliche Künstlerinnen an einem gemeinsamen Objekt arbeiten können und wie aus zwei Ideen eine entsteht", erklärte Ekaterina Peitz.

Die Arbeiten der Schleizerin orientieren sich an Wunschpyramiden aus Stein. Ekaterina Peitz verwendete bei ihren Keramikteilen auch Strukturen, die an Treibholz erinnern. Auf dem Metallstab sollen die Elemente der beiden Künstlerinnen gemischt "aufgespießt" werden. Das Hauptelement haben Ekaterina Peitz und Vladica Sivcev gemeinsam gestaltet. "Es ist ein abstraktes Element. Jeder Betrachter soll in diesem Teil etwas Eigenes sehen, seine Phantasie spielen lassen", erklärte Vladica Sivcev. Die Teile müssen noch bemalt und gebrannt werden. Je ein fertiggestellter Totempfahl werde ab dem 30. März am Eingang zum Atelier in der Schleizer Thälmannstraße zu sehen sein, der andere im benachbarten heimischen Garten. Von der Zusammenarbeit der befreundeten Keramikerinnen konnten sich in dieser Woche die Teilnehmer der vier Erwachsenen- und beiden Kinderkurse im Hause Peitz inspirieren lassen. "Alle Kursteilnehmer zeigten großes Interesse und waren sehr begeisterungsfähig", stellte Vladica Sivcev fest, die in Brüssel ebenfalls Kurse anbietet. Diese würden hauptsächlich von EU-Verwaltungsangestellten wahrgenommen. "Bei mir in Brüssel modellieren die Kursteilnehmer gern Figuren und Skulpturen aus Ton. In Schleiz werden stattdessen lieber Keramiken bemalt", stellte die Gastkünstlerin fest, die seit 23 Jahren in Brüssel lebt und arbeitet.

Die beiden befreundeten Künstlerinnen nutzten die Zusammenarbeit auch, um gegenseitig voneinander zu lernen. "Vladica hat an mehreren renommierten Ausstellungen teilgenommen, unter anderen in Österreich, Belgien, Serbien und der Türkei. Normalerweise benutzt sie schamottierten Ton und Brenntemperaturen über 1250 Grad Celsius", erklärte Ekaterina Peitz. In Schleiz konnte die Brüsslerin andere Techniken, Materialien und Methoden ausprobieren.

"Es war eine schöne, intensive Zeit in Schleiz. Zeit für Besichtigungen blieb kaum, lediglich für kleine Spaziergänge", erklärte Vladica Sivcev, die nun wieder mit dem Zug von Hof mit Umstieg in Nürnberg und Frankfurt/Main nach Brüssel zurück reisen will. Am 15. Mai will sie an der Keramik-Triennale im slowenischen Ljubljana teilnehmen.

Ekaterina Peitz erwartet in diesem Jahr eine weitere ausländische Künstlerin. Dabei handelt es sich um Marina Nikolskaja, die in der Imperial Porcelain Manufactory in Peitz Geburtsstadt Sankt Petersburg Porzellanskulpturen fertigt. "Anfang Mai wollen wir zwei Wochen lang zusammen arbeiten", erklärt die Schleizerin, die im Frühling und Sommer an zahlreichen Kunsthandwerkermärkten teilnehmen will.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.