Landesregierung: Kein Bedarf für weiteren Rettungshubschrauber in Thüringen

Jena  Vier Hubschrauber helfen in Thüringen bei der Lebensrettung. Eine Kleine Anfrage hinterfragt, ob das ausreicht - die Meinungen gehen auseinander.

Ein Rettungshubschrauber des ADAC hebt von einer Unglücksstelle nahe Jena ab.

Ein Rettungshubschrauber des ADAC hebt von einer Unglücksstelle nahe Jena ab.

Foto: Tino Zippel

Das Thüringer Innenministerium sieht keinen Bedarf für einen weiteren Rettungshubschrauber in Thüringen. Das teilte Innenminister Georg Maier (SPD) in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des stellvertretenden CDU-Fraktionschefs Christoph Zippel (CDU) mit.
In Thüringen gibt es derzeit drei Standorte für Rettungshubschrauber in Jena-Schöngleina, Suhl und Nordhausen sowie einen für einen Intensivtransporthubschrauber in Bad Berka. Die „flächendeckende und wirtschaftliche Versorgung“ der Bürger in Thüringen sei damit sichergestellt, heißt es in der Antwort aus dem Ministerium.

Regierung sieht keine Abdeckungslücke

Der Landesregierung lägen keine Informationen über etwaige Abdeckungsschwierigkeiten in der Luftrettung vor, die die Vorhaltung eines zusätzlichen Hubschraubers beziehungsweise eine Verlagerung von Standorten erforderlich machen würden, schreibt der Minister. Auch verweist Maier auf die konstant gebliebenen Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren und das „Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“.

Abgeordneter verweist auf Baden-Württemberg

Der CDU-Abgeordnete Zippel aus dem Altenburger Land sieht das indes anders. Die Zahl der Rettungshubschrauber will er gern im Zusammenhang mit der Krankenversorgung im ländlichen Raum diskutiert sehen. Die Bedeutung von schnellen Transporten zwischen Kliniken steige, wenn Krankenhäuser ihre Angebote reduzieren müssten. Zippel verweist auf Baden-Württemberg. Dort empfiehlt eine Analyse, drei zusätzliche Standorte zu schaffen und drei zu verlagern, um die Qualität des Rettungsdienstes durch die bessere Wahrung der Rettungsfristen zu erhöhen.
Problematisch sieht der Abgeordnete, dass der in Suhl stationierte Rettungshubschrauber aufgrund der Wetterkonstellation im Thüringer Wald im Schnitt 61 Flüge pro Jahr absagen musste.
Die DRF Luftrettung betreibt drei Hubschrauber in Thüringen, der ADAC jenen in Jena-Schöngleina. 2019 flogen die vier Hubschrauber insgesamt 4801 Einsätze.