Alle paar Jahre müssen alle Bornfeger aufs Bild

Beutnitz  Bei den Beutnitzer Bornfegern weiß man um die Bedeutung regelmäßiger Gruppenfotos

Im 25. Jahr des Bestehens des Bornfegevereins Golsmdorf-Beutnitz-Naura versammelten sich die Mitglieder am Samstag zum Fototermin. Das letzte gemeinsame Bild entstand 1999. Foto: Jens Henning

Im 25. Jahr des Bestehens des Bornfegevereins Golsmdorf-Beutnitz-Naura versammelten sich die Mitglieder am Samstag zum Fototermin. Das letzte gemeinsame Bild entstand 1999. Foto: Jens Henning

Foto: zgt

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Die Fotos, die am Sonnabend geschossen wurden, waren längst überfällig. 1999, also vor über 17 Jahren, gab es den bisher letzten Foto-Termin für die Bornmeister des Bornfegevereins Golmsdorf-Beutnitz-Naura. "Wir feiern in diesem Jahr unser 25-jähriges Bestehen. 1992 mussten wir uns ja als Verein neu gründen. Im 25. Jahr müssen wir uns was Besonderes einfallen lassen", sagt Sven Michaelis, Vorsitzender im Bornfegeverein. Immerhin sind seit 1999 wieder 34 neue Bornmeister dazu gekommen: 17 in Beutnitz und 17 in Golmsdorf. "Die haben wir alle eingeladen. Leider konnten nicht alle kommen. Ich bin dennoch zufrieden, wie viele Männer sich dann doch zu einer solch frühen Stunde und an einem Sonnabend aufgemacht haben."

Bernd Beyer (65), der im Jahr 2000 das Amt des Beutnitzer Bornmeisters inne hatte, kam etwas zu spät. Da war das erste Motiv in Beutnitz schon im Kasten. Und Beyer hatte die Lacher auf seiner Seite. Nicht nur die Fliege hing noch nicht, so wie gewünscht, an der richtigen Stelle an seinem weißen Hemd. An seiner schwarzen Weste flatterte auch das Preisschild hin und her. Als eine Helferin den Zettel abreißen wollte, schüttelte er mit dem Kopf und sagte: "Nein, nein, das Ding bleibt dran."

Nach dem Fototermin klärte Beyer nicht nur sein Zu-spät-Kommen auf, sondern auch die Sache mit dem Zettel. "Ich habe es nicht mehr ganz pünktlich geschafft. Ich musste meine Frau noch auf den Markt nach Jena fahren. Sie verkauft dort Blumen und Pflanzen", sagte Beyer. Und was war mit dem Zettel? "Ich hatte mir die Weste erst gestern in einem Mode-Laden in Jena gekauft. Zuerst hatte ich nicht genügend Geld dabei. Da musste ich die Weste zurück legen lassen. Als es am Abend den großen Regenschauer gab, bin ich noch einmal in das Geschäft gelaufen und habe mir die Weste gekauft."

Es ist Beyers erste schwarze Weste. In seiner Amtszeit vor 17 Jahren trug er die Tracht des Bornmeisters. "Da brauchte ich nie eine Weste." Zurückgeben will er das Kleidungsstück aber nicht, wie einige seiner Mitstreiter am Rande des Foto-Termins frotzelten.

Beim Gruppenfoto 1999 war Beyer noch nicht dabei. "Dass mit dem Foto ist eine tolle Sache. Das wird bestimmt einen würdigen Platz bei mir finden." Fotografin Nadine Reichelt, die in Naura wohnt, hatte keine Probleme, die jungen und die jung-gebliebenen Männer ins richtige Licht zu rücken. Dass Michaelis ausgerechnet Reichelt als Fotografin verpflichtete, war kein Zufall. "Ich hatte sie bei meiner Silberhochzeit. Sie hat tolle Bilder gemacht."

Das Foto aus dem Jahr 1999 wird aber nicht verschwinden. "Ich habe mal durchgezählt. Auf dem Foto von damals sind zehn Bornmeister abgebildet, die heute schon nicht mehr am Leben sind. Daran sieht man, wie die Zeit vergeht. Und man sieht, wie wichtig es ist, solche Fototermine anzusetzen. Das ist ja heute ein wichtiges Kapitel in unserer noch jungen Vereinsgeschichte", sagte Michaelis.

Zu Pfingsten wird die Bornfege in den Nachbarorten gefeiert. Bis dahin werden die Fotos mit den Bornmeister vom Sonnabend längst überall hängen.

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