Landkreis Eichsfeld bereitet Jugendberufsnetzwerk vor

Eichsfeld.  Jugendamt, Arbeitsagentur, Jobcenter und Schulamt wollen kooperieren. Zielgruppe sind benachteiligte Jugendliche.

Im Kreisausschuss hat Heike Grimm vom Jugendamt des Landkreises das Vorhaben eines Jugendberufsnetzwerkes vorgestellt. Es soll im nächsten Kreistag beschlossen werden. Eine Kooperationsvereinbarung mit Partnern ist in Arbeit.

Im Kreisausschuss hat Heike Grimm vom Jugendamt des Landkreises das Vorhaben eines Jugendberufsnetzwerkes vorgestellt. Es soll im nächsten Kreistag beschlossen werden. Eine Kooperationsvereinbarung mit Partnern ist in Arbeit.

Foto: Silvana Tismer

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Es soll keine Institution werden, sondern ein Kooperationsbündnis. Gespannt hörten am Mittwoch die Mitglieder des Kreisausschusses zu, als Heike Grimm vom Jugendamt des Landkreises kurz die Idee eines Jugendberufsnetzwerkes vorstellte. Die Zielgruppe ist bereits ins Auge gefasst. „Wir wollen vor allem junge Menschen erreichen, die ohne Abschluss die Hauptschule verlassen. Hier nehmen wir im Eichsfeld den drittletzten Platz in Thüringen ein“, erklärte Heike Grimm. Aber auch andere Probleme sollen im Blick des Netzwerkes stehen, zum Beispiel die vielen auflaufenden Fehltage junger Leute in den Staatlichen Berufsbildenden Schulen. „Auch um das Thema müssen wir uns stärker bemühen“, betonte Heike Grimm.

Die Partner des Netzwerkes stehen fest: die Jugendhilfe, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Träger der Grundsicherung und das staatliche Schulamt. Sie seien immerhin der gemeinsamen Aufgabe der beruflichen und sozialen Integration sowie dem Ausgleich von sozialen Benachteiligungen und der Überwindung individueller Beeinträchtigungen Jugendlicher verpflichtet. In den Sozialen Gesetzbüchern III, II und VIII sei in jeweils einem Paragrafen eine Verpflichtung zur Zusammenarbeit bereits verankert. Um diesen bereits vorhandenen Strukturen Verbindlichkeit zu geben und die Zusammenarbeit noch effektiver und effizienter zu gestalten, sei das Ziel, so hieß es im Kreisausschuss, nun eine intensive und an den individuellen Problemlagen ausgerichtete Betreuung und Förderung erwerbsfähiger Jugendlicher unter 27 Jahren. Das Kernelement der Zusammenarbeit soll dabei der regelmäßige Austausch sein.

Auch die Schulen arbeiten auf Grundlage des Thüringer Schulgesetzes mit den Jugendämtern und den Trägern der freien Jugendhilfe zusammen. Peter Krippendorf (Freie Wähler) stieß sich in der Beschlussvorlage allerdings an einem Satz. Dort stand, dass die Schule im Rahmen ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages die vom Jugendamt oder anderen Stellen angebotene Hilfe unterstütze. Krippendorf, selbst Schulleiter des Dingelstädter St.-Josef-Gymnasium merkte an, dass das so nicht gehe. Der Bildungsauftrag komme vom Ministerium, habe mit dieser Sache nichts zu tun. Hier bekomme Schule eine Aufgabe zugewiesen, die sie gesetzlich gar nicht erfüllen dürfe. Er beantragte, den Satz eindeutig auf eine „Zusammenarbeit“ zu ändern. Das sahen die Ausschussmitglieder sofort ein. Sie befürworteten die Etablierung dieses Jugendberufsnetzwerkes und empfahlen den Beschluss in den Kreistag, der am 11. Dezember tagt.

Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung für die Partner liege bereits im finalen Entwurf vor und soll in der zweiten Kalenderwoche 2020 unterzeichnet werden, teilte Heike Grimm mit – wenn der Kreistag zustimmt.

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