Mit komplettem Neustart zum besten Lehrling

Nordhausen.  Luziana Walther fing mit 24 Jahren noch einmal von vorn an. Jetzt hat sie das beste Zeugnis in ihrem Fachbereich erzielt.

Luziana Walther (links) hat mit einem Notendurchschnitt von 1,1 das beste Lehrlingszeugnis im Bereich der personellen Dienstleistungen erreicht. Rechts ist Ausbilderin Beatrice Ruppert zu sehen.

Luziana Walther (links) hat mit einem Notendurchschnitt von 1,1 das beste Lehrlingszeugnis im Bereich der personellen Dienstleistungen erreicht. Rechts ist Ausbilderin Beatrice Ruppert zu sehen.

Foto: Pauline Etzold

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„Ich bin sehr stolz auf das, was ich erreicht habe“, sagt Luziana Walther über sich selbst und hat auch allen Grund dazu. Am 14. Oktober wurde sie in Erfurt zum besten Lehrling Thüringens in ihrem Ausbildungsbereich mit einer Durchschnittsnote von 1,1 ausgezeichnet.

Und auch Ausbilderin Beatrice Ruppert ist überaus stolz auf die 27-Jährige, welche ursprünglich aus Mühlhausen kommt und in Nordhausen mit der Ausbildung zur Fachpraktikerin für personelle Dienstleistungen einen Neustart gewagt hat. „Mit einer heute sieben Jahre alten Tochter und einer frischen Scheidung war es erstmal schwierig, zurück auf die Schulbank zu finden, aber es hat sich gelohnt. Ich habe die dreijährige Ausbildung hochmotiviert durchgezogen, und das war mein Ziel.“

Während dieser Zeit war es nicht immer leicht für sie. „Zur Zeit der Ausbildung war ich die Betreuungsperson meiner Oma. Kurz vor der Abschlussprüfung ist sie gestorben, und das war sehr hart für mich. So fiel die Organisation der Beerdigung ganz allein auf mich zurück. Da hatte ich auf jeden Fall Zweifel, ob ich die Prüfung schaffen werde“, berichtet Luziana Walther. Doch sie hat es gemeistert. „Die Ausbildung war sehr vielseitig. Von Speisenzubereitung und Textilpflege bis hin zu Krankheitsbildern und vielem mehr“, beschreibt sie die letzten drei Jahre beim Sondershäuser Bildungsverein in Salza.

Beruf übt sie mit Leidenschaft aus

Nach ihrem erfolgreichen Abschluss hat sie schnell einen Job beim Pflegedienst Hainleite in Nohra bekommen, den sie jetzt mit großer Leidenschaft ausführt. „Ich betreue vier bis fünf Senioren täglich. Meine Arbeit besteht zum Beispiel daraus, diese zum Arzt zu begleiten und ihre Tablettenboxen zu befüllen. Ich bin den ganzen Tag auf den Beinen und muss alles selbstständig planen“, beschreibt Walther ihren Alltag. „Auch emotional ist der Beruf sehr fordernd. Man muss ein gesundes Mittelmaß finden, damit man die Schicksale nicht zu nah an sich ran lässt.“ Nächstes Jahr hat sie sich vorgenommen, eine zwölfmonatige Ausbildung zur Hauswirtschafterin zu absolvieren. Diese wird dann berufsbegleitend ablaufen. „Ich kann sagen, dass ich das Beste aus meinem Neuanfang gemacht habe“, schätzt sie ein.

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