Eisenberg. Zwölf Jahre leitete Adelheid Bäger die Geschicke des Vereins „Wendepunkt“, den sie 1998 mitgegründet hat, als Vorstandsvorsitzende. Zur Vorstandswahl Ende vergangenen Jahres gab sie das Amt an Jacqueline von Thaler ab. Mit einer kleinen Feierstunde wurde Adelheid Bäger diese Woche nun offiziell verabschiedet.

Der Geschäftsführer des Wendepunkt, Helmut Kreuter, reflektierte das Wirken der Eisenbergerin für den Verein, der seit seiner Gründung 1998 „ manche Täler und viele Höhen“ erlebt habe. Als Adelheid Bäger 2006 als Vorstandsvorsitzende gewählt wurde, habe der Verein vor einschneidenden Veränderungen gestanden. Mit der Übernahme des früheren Jugendwerkhofes in Wolfersdorf 2004 und dessen Umbau zu einem Suchthilfezentrum für Mutter und Kind habe sich die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter nahezu vervierfacht. „Das war eine Mammutaufgabe, aber sie haben die Verantwortung übernommen.“ Ab 2011 fallen auch zwei Einrichtungen in Bad Köstritz in Trägerschaft des Vereins – „Wir haben nichts übernommen, das blühend dastand, hier ist ebenfalls vieles gelungen“, so Helmut Kreuter.

Dass Adelheid Bäger sich nun zurückziehen wolle, das sei zu respektieren. „Unser Dank ist groß und lässt sich nicht in Worte fassen.“ Als Vorstandsvorsitzende habe sie stets sehr zugewandt, unterstützend und lösungsorientiert gewirkt. „Sie haben den Menschen, die im Wendepunkt arbeiten, einfach ihr Vertrauen geschenkt.“

Mit gemischten Gefühlen, das gibt sie zu, hat Jacqueline von Thaler den Posten als Vorstandsvorsitzende im Wendepunkt übernommen. Sie freue sich, in Zukunft soziale Projekte des Vereins zu erleben und zu gestalten. Und sie wolle eine Überzeugung ihrer Vorgängerin fortsetzen: „Selbst Gutes tun und bei anderen das Gute zum Vorschein bringen.“

„Alles hat seine Zeit“, sagte Adelheid Bäger zu ihren Gästen, die am Empfang teilnahmen. Sie habe akzeptieren müssen, dass ihr Leistungsvermögen in Bezug auf ihr vielfältiges ehrenamt­liches Engagement begrenzt ist. „Es war ein langer Lernprozess, ohne schlechtes Gewissen nichts zu tun“, so Adelheid ­Bäger. Mittlerweile gelinge ihr das aber ganz gut.

Vor allem mit dem Eisenberger Kunstverein will sie auch in Zukunft Akzente in der Stadt setzen. „Kunst und kreative Beschäftigung haben eine heilsame Wirkung“, ist sie überzeugt. Daher bat sie ihre Gäste zur Verabschiedung auch, keine Präsente zu überreichen, sondern lieber einen Betrag in eine Spendenbox zu geben, mit der im kommenden Jahr ein internationaler Jugendkunstwettbewerb in Eisenberg auf die Beine gestellt werden soll.

Hintergrund

Der Wendepunkt e.V. ist ein Verein zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege sowie der Bildung und Erziehung. Als Träger der Suchthilfe und der Kinder- und Jugendhilfe unterhält er ein differenziertes Leistungsangebot im Raum Ostthüringen.

Zu den Suchthilfeeinrichtungen gehört die Suchtberatungsstelle für den Saale-Holzland-Kreis, die Sozialpädagogische Familienhilfe Sucht für den Saale-Holzland-Kreis und die Stadt Jena, eine Tagesstätte für Suchtkranke in Eisenberg und das Suchthilfezentrum für Mutter und Kind in Wolfersdorf.

Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind das Jugendhilfezentrum Bad Köstritz, die Förderschule Bad Köstritz, das Jugendhilfezentrum Wolfersdorf und das Kinderhaus „Am Wald“ in St. Gangloff.