Erfurt. Aus Kostengründen wird dieses Jahr kein Umzug Hunderttausende in Erfurt an die Straßen locken. Doch die Stadt hat sich eine Alternative überlegt – die für Überraschungen sorgen dürfte.

Der große Karnevalsumzug wird in Thüringens Landeshauptstadt ausfallen. Ursprünglich war er für den 19. Februar geplant gewesen. Nun gaben Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Thomas Kemmerich, Präsident der Gemeinschaft Erfurter Carneval (GEC), bekannt, dass es keinen Umzug geben wird.

„Wir bedauern das sehr, aber die gesamten Umstände mit Sicherheitsanforderungen, Mindestlohn und viel Sicherheitspersonal lassen keine andere Entscheidung zu“, sagte Thomas Kemmerich in einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Montagnachmittag. Der Umzug hätte etwa 156.000 Euro gekostet, eine Summe, die niemand stemmen kann. Die Karnevalsvereine werden nun am Nachmittag informiert.

„Wir möchten aber einen positiven Ausblick geben“, versucht Andreas Bausewein Hoffnung zu machen. „Es wird ein karnevalistisches Altstadtfest geben.“ Dieses sei von 12 bis 19 Uhr auf dem Domplatz geplant, ohne Eintritt, für alle Erfurter eine große Party. „Das Geld, das die GEC von der Stadt bekommen hätte, setzen wir nun dafür ein.“ Die Rede ist von 80.000 Euro. „Die Veranstaltung wurde kommunalisiert, das heißt, die GEC ist weder finanziell noch organisatorisch dafür verantwortlich“, erläuterte Kulturdezernent Tobias Knoblich. Das Konzept sei langfristig so angelegt und solle ein niedrigschwelliges Veranstaltungsangebot im Kalender der Stadt werden.

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Bausewein: „Das soll kein Bruch im Brauchtum sein"

Schon seit Monaten war gemunkelt worden, dass der Umzug in der bisherigen Form nicht stattfinden werde. Alternativen wurden gesucht. Immer wieder fanden in den vergangenen Wochen Treffen mit der Zugleitung, mit Ämtern und der Polizei statt, man beriet sich über verschiedene Streckenführungen.

Nun also die endgültige Absage des Umzuges. „Das soll kein Bruch im Brauchtum sein. Ob und in welcher Form 2024 ein Festumzug stattfinden kann, wird nach der aktuellen Session entschieden“, sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein abschließend.

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