Berlin. Zum ersten Mal haben Astronomen ein solches Phänomen beobachtet: Ein toter Stern scheint lebendig zu werden und zu leuchten.

Die meisten

Sterne

Eine Sternschnuppe ist während der Geminiden über dem Kochelsee zu sehen.
Eine Sternschnuppe ist während der Geminiden über dem Kochelsee zu sehen. © Matthias Balk/dpa
Blick in den Sternenhimmel: Das kommende Jahr hat zahlreiche Highlights am Nachthimmel zu bieten.
Blick in den Sternenhimmel: Das kommende Jahr hat zahlreiche Highlights am Nachthimmel zu bieten. © Paul Zinken/dpa
Der Beginn einer Mondfinsternis.
Der Beginn einer Mondfinsternis. © Patrick Pleul/dpa
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sterben sehr langsam. Wenn sie ihre nukleare Energie aufgebraucht haben, verglühen sie als Supernova. Bei dieser Explosion schleudern die Sterne ihre äußeren Schichten ins All, während ihr Kern kollabiert. Der so entstehende Neutronenstern ist so dicht wie ein Atomkern.

Nach dem Abstoßen der äußeren Schichten kollabiert der Stern wieder. Diese „toten Sterne“ geben in der Regel keine Energie mehr ab. Ein Team von Astronomen der amerikanischen Cornell University in Ithaca, New York, zeigte nun jedoch, dass Sterne auch nach ihrem Tod noch große Mengen an Energie freisetzen können.

Tote Sterne: Astronomen rätseln über Lichtblitze

Bereits 2018 hatte das Aufleuchten eines sogenannten schnellen blauen optischen Transienten (Luminous Fast Blue Optical Transient, LFBOT) in einer rund 200 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie für Aufsehen gesorgt. Der blaue Blitz war zehn- bis hundertmal heller als eine normale Supernova und strahlte zusätzlich ultraviolette Röntgenstrahlung aus. Innerhalb weniger Tage verblasste die Strahlung jedoch wieder. Seither haben Forscherinnen und Forscher nur sechs weitere ähnliche Phänomene entdeckt.

Eines davon, AT2022tsd, ereignete sich im vergangenen Jahr in einer rund drei Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie. Anna Ho von der Cornell University in den USA und ihr Team untersuchten die blitzartigen Aufhellungen mit Hilfe von 12 Teleskopen auf Hawaii und in Thailand. Über einen Zeitraum von 120 Tagen fanden sie insgesamt 14 unregelmäßige Lichtblitze.

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Noch nie beobachtetes Phänomen: Astronomen schließen auf schwarzes Loch

Das helle und unregelmäßige Leuchten der Blitze lieferte den Wissenschaftlern wichtige Hinweise auf ihren Ursprung: Die Lichtquelle muss mit einem Durchmesser von maximal zehn Millionen Kilometern astronomisch gesehen sehr klein sein – und stark gebündelt in Richtung Erde strahlen. Eine solche gebündelte Strahlung ist bislang nur von Schwarzen Löchern und Neutronensternen mit starken Magnetfeldern bekannt, die lichtschnelle Teilchen ins All schleudern.

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Eine weitere Möglichkeit ist, dass es sich bei den Blitzen um die letzten Zuckungen eines gerade explodierten Sterns handelt, so die Forscher. Bisher konnte der Lebenszyklus von Sternen nur in drei Schritten untersucht werden – vom Stern über die Explosion bis zu den Überresten. „Jetzt haben wir vielleicht die Möglichkeit, den Übergang von Sternen zu ihrem Leben nach dem Tod zu beobachten“, sagt Ho. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Nature“ erschienen.

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