Auf Klettertour an der Kämmeritzer Holzmühle

Kämmeritz  Kinder aus Eisenberg und Umgebung entfliehen dem Alltag bis zum Wochenende beim Natur-Erlebniscamp

Felix ist bereits vier Mal in großer Höhe unterwegs gewesen. Gerade lässt er sich vom etwa zwölf Meter hohen Kletterbaum abseilen.

Felix ist bereits vier Mal in großer Höhe unterwegs gewesen. Gerade lässt er sich vom etwa zwölf Meter hohen Kletterbaum abseilen.

Foto: Florian Girwert

Andreas Feustel steht auf der kleinen Lichtung und ruft den Mädchen zu: „Los, eine letzte Runde!“ Leonie und Jane hängen in einer Kreuzung aus Wippe und Schaukel und bewegen sich gegensätzlich. Steigt eine nach oben, sinkt die andere nach unten. Dabei drehen sich die beiden noch um die eigene Achse und schwingen eine Art Keule aus überaus weichem und sehr nachgiebigem Schaumstoff.

Die beiden gehören zu den bis zu 24 Kindern, die über den Eisenberger Kinderschutzbund mit zum Natur-Erlebniscamp zur Holzmühle in Kämmeritz gefahren sind. Die meisten von ihnen kommen aus Eisenberg, manche aus der Umgebung. Am Samstag reist die Gruppe wieder ab. „Natürlich wäre es schöner, wenn es länger geht“, sagt Monika von Thaler, unter deren Regie die Freizeit verläuft. Um Spiel, Sport und Natur soll es gehen – und kostet dabei lediglich 25 Euro pro Person. „Das Jugendamt hat noch 500 Euro dazugegeben“, erläutert sie. Den Rest der Kosten trägt der Kinderschutzbund aus seinem eigenen Budget.

Besser ein kurzer als gar kein Urlaub

So bekommen auch Kinder einen kurzen Urlaub, die sonst mit ihren Eltern gar nicht wegfahren würden, berichtet von Thaler. Vier Betreuer kümmern sich die ganze Zeit um die Kinder zwischen 6 und 13 Jahren, für die Betreuung von Stationen kommen noch einige zeitweise hinzu.

Heute geht es für einen Ausflug zum Naumburger Dom, der auch praktisches Erleben der dort genutzten Baumaterialen beinhaltet. „Da ist es auch nicht so schlimm, wenn es mal regnet“, so von Thaler. Auch einige schwierige Kinder sind mit von der Partie: „Das weiß man auch vorher. Aber irgendwann müssen die ja auch lernen, sich in eine Gruppe einzufügen.“ Dafür ist jetzt bis Samstagmittag Zeit. Dann endet die Freizeit mit einem Kaffeetrinken mit den Familien der Kinder.

Zu den Kommentaren