Barockfest auf der Heidecksburg: Ein rauschendes Fest

Rudolstadt  Schloss Heidecksburg lässt für ein paar Stunden das Zeitalter des Barock lebendig werden.

Bei einem rauschenden Fest sind am Sonnabend etwa 150 Gäste auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt eingetaucht in die Welt des Barock. Neben Musik und Tanz aus dieser Zeit erlebten sie künstlerische Darbietungen angelehnt an das höfische Leben im authentischen Schloss-Ambiente.

Bei einem rauschenden Fest sind am Sonnabend etwa 150 Gäste auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt eingetaucht in die Welt des Barock. Neben Musik und Tanz aus dieser Zeit erlebten sie künstlerische Darbietungen angelehnt an das höfische Leben im authentischen Schloss-Ambiente.

Foto: Heike Enzian

Die Pistole war ein Geschenk des spanischen Hofes an seine Durchlaucht Fürst Friedrich Anton von Schwarzburg-Rudolstadt nebst Gemahlin. Der Schuss aber traf die ahnungslose Zofe. Die sich jedoch schnell wieder erholte. Vertreter des Vereins Barock Dresden überreichten – ausgestattet als wären sie gerade der Ausstellung „Rococo en miniatur“ entschlüpft – Schokolade an die Hoheiten. Und auch Katharina die Heldenmütige hatte ihren Auftritt. Sie passte historisch zwar nicht in die Zeit des 18. Jahrhunderts. Jedoch erfüllte sich der Fürst damit einen Wunsch, seine Vorfahren persönlich kennenzulernen.

Szenen wie diese spielten sich am Sonnabend auf Schloss Heidecksburg ab. Zu erleben bei der fürstlichen Audienz, die fester Bestandteil des Barockfestes ist. Das kehrte nach vierjähriger Pause wieder an diesen Ort zurück. Rund 150 Gäste ließen sich vom Zeitgeist des Barock einfangen. Damen in üppigen Kleidern mit riesigen Reifröcken, Herren in Kniebundhose und besticken Jacken flanierten durch das Schloss und genossen Amüsements vieler Art.

Unter ihnen drei Generationen der Familie Gundermann aus der Nähe von Aachen. Sie waren eine der ersten, die die Karten gekauft hatten, als bekannt wurde, dass dieses Fest wieder stattfindet. „Wir waren bestimmt schon drei oder vier mal hier“, berichten sie. Diesmal mit dabei: Sohn Kai-Uwe mit Frau und Töchterchen Sophie. Extra angereist aus Moskau, wo die Familie derzeit lebt.

„Austriadine“ nennt sich die junge Dame aus Graz, die mit Gemahl gekommen war. Ihr Auftritt als Maria Theresia zieht die Blicke auf sich. „Es gibt nicht so viel Auswahl an Barockfesten. Da hält man Ausschau. Wir sind im Internet auf Rudolstadt aufmerksam geworden. Vielleicht liegt es daran, dass wir in Österreich wohnen. Das Lebensgefühl liegt uns einfach im Blut. Es gehört auch dazu, die geschichtlichen Zusammenhänge zu kennen“, sagt sie.

Auch echter Adel feierte in Rudolstadt mit. Rudolf von Bünau aus Sachsen vertritt eine Adelsfamilie mit 852-jähriger Geschichte. „Meinen Vorfahren haben 26 Schlösser gehört“, berichtet er. Heute engagiert er sich in der sächsischen Kulturstiftung des Adels. Die Heidecksburg besuchte er zum ersten Mal. „Aber ich komme bestimmt wieder“, meint er. Und mischt sich unter die tanzenden und feiernden „Hoheiten“.

Diesen wurde im Laufe des Abends jede Menge geboten. Angefangen vom Hofball über künstlerische Darbietungen bis hin zu Lichtshow und Feuerwerk. Zu den kulinarischen Highlights gehörte zweifellos die Torte in Form der Heidecksburg.

Verliehen wurde wieder der Orden „Chevalier de la noble passion du château Heidecksburg“, mit dem Verdienste für Kunst und Kultur gewürdigt werden. Die Preisträger heißen Bürgermeister Jörg Reichl und Iris Tomoschat, verantwortlich für die künstlerische Leitung des Festes.

Zu den Kommentaren