86-Jährige tot in Geraberg gefunden: Mordkommission ermittelt

Geraberg.  Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt in Geraberg aus. Das Obduktionsergebnis liegt bereits vor.

Eine 86-jährige Frau wurde in den frühen Abendstunden am Donnerstag tot in ihrem Garten in Geraberg aufgefunden. Vor Ort sind Kräfte der Landespolizeiinspektion Gotha mit Unterstützung des Landeskriminalamtes Thüringen im Einsatz.

Eine 86-jährige Frau wurde in den frühen Abendstunden am Donnerstag tot in ihrem Garten in Geraberg aufgefunden. Vor Ort sind Kräfte der Landespolizeiinspektion Gotha mit Unterstützung des Landeskriminalamtes Thüringen im Einsatz.

Foto: Ralf Ehrlich

Nach dem Fund der Leiche einer 86-jährigen Frau in Geraberg geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Frau Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. „Viel spricht für ein Tötungsdelikt“, sagt Hannes Grünseisen am Freitagmittag. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Erfurt weiter sagt, deutet die Auffindesituation darauf hin.

Der Leichnam sei beschlagnahmt und zur Obduktion in die Rechtsmedizin gebracht worden. Zu weiteren Details wie etwa Art und Umfang möglicher Verletzungen machte er keine Angaben.

„Die Mordkommission ermittelt in alle Richtungen“

Nachdem am Nachmittag das Ergebnis der Obduktion vorlag, bestätigte sich der Verdacht. „Wir gehen davon aus, dass ein Tötungsverbrechen vorliegt“, so Hannes Grünseisen auf Nachfrage unserer Zeitung. Aktuell gebe es keinen Zeugenaufruf seitens der Polizei. Das würde aber nicht bedeuten, dass die Polizei schon einen Verdächtigen habe. „Die Mordkommission ermittelt in alle Richtungen.“ Zu Verletzungen und der Todesursache hielt sich Grünseisen bedeckt. „Dazu kann ich nichts sagen.“ Er bestätigte aber eine Meldung des Mitteldeutschen Rundfunks, wonach die Tote aus Ilmenau stammte.

Großaufgebot von Einsatzkräften auch am Moorbacher Park

Die 86-Jährige war am Donnerstagabend gegen 18.30 Uhr in einer Gartenanlage in Geraberg von einer Bekannten in einem Schuppen entdeckt worden. Beamte der Landespolizeiinspektion Gotha und Spezialisten des Landeskriminalamtes nahmen die Ermittlungen vor Ort auf. In der abgesperrten Gartenanlage waren die Polizisten auch am Freitag noch auf der Suche nach Spuren. Ein Großaufgebot von Einsatzkräften war am Freitagvormittag ebenfalls am Moorbacher Park zu sehen.

Noch hatte sich die Nachricht in der knapp 2500 Einwohner zählenden Gemeinde nicht herumgesprochen. Ein Passant vermutete eine Übung der Polizei. Andere Geraberger beobachteten das Geschehen von ihren Wohnungen hinter den Fenstern aus.

Ostern 2019 totes Baby in Geschwenda gefunden

Bei den Menschen in und um Geraberg sorgt der Fall auch deshalb für Betroffenheit, weil es erst zu Ostern 2019 am Ortsrand von Geschwenda einen großen Polizeieinsatz gab: Damals war eine Babyleiche gefunden worden. Wer das Baby dort abgelegt hat und wer die Eltern sind, ist bis heute trotz intensiver Fahndung auch unter Einbeziehung der Öffentlichkeit völlig unklar.

Totes Baby von Geschwenda: Herkunft des Babys und seiner Mutter immer noch unbekannt

Grausamer Mord vor drei Jahren

Drei Jahre liegt ein anderer grausamer Mordfall im Ilm-Kreis zurück. In Altenfeld hatte ein Familienvater seine damals elf Monate und vier Jahre alten Söhne mit einem Küchenmesser getötet. Auch auf seinen dreijährigen Sohn hat er eingestochen, wie er vor Gericht gestand. Der Dreijährige überlebte schwer verletzt. Zwei Tage davor hatte der Angeklagte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft seine Frau krankenhausreif geprügelt. Auch das räumte der Mann ein.

Die Mutter hatte die drei blutüberströmten Kinder in dem Haus gefunden. Im Jahr 2018 wurde der Angeklagte vor dem Landgericht Erfurt zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.

Nach Prozess um Kindermord in Thüringen: Revision abgebrochen