Nordhausen. In Nordhausen ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und erfolgreich entschärft worden. Dafür war dieses Gebiet abgegrenzt worden.

Nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg ist gegen 21.20 Uhr Entwarnung gegeben worden. Wie die Polizei bekannt gab, konnte die Bombe durch den Sprengmeister entschärft werden. Alle Anwohner können nun wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Fliegerbombe war bei Bauarbeiten in der Rathsfelder Straße in Nordhausen gefunden und daraufhin ein 500 Meter umfassender Sperrkreis um den Fundort festgelegt worden. Davon sind etwa 15 Straßen im Südosten von Nordhausen betroffen gewesen, von der Barbarossastraße im Westen über die Hallesche Straße im Norden bis zur Helmestraße im Süden. Auch die Bahnstrecke und ein Teil der Bundesstraße 4 waren involviert.

Etwa 560 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Sie wurden in der Turnhalle der Hochschule untergebracht. Die Bushaltestellen am Taschenberg und in der Barbarossastraße konnten nicht angefahren werden, der Stadtverkehr richtete einen Notfahrplan ein. Auch die Bushaltestellen in der Helmestraße, Hallesche Straße und Rathsfelder Straße wurden nicht bedient. Diese sollten zirkulierend im Notfahrplan angefahren werden, erklärte die Stadtverwaltung.

Die Entschärfung der Bombe sollte mit etwas Verzögerung gegen 19.45 Uhr beginnen. Dazu sind Spezialisten der Firma Tauber Delaborierung vor Ort. Bei der Entschärfung komme ein Wasserschneidsystem zum Einsatz. Eine Hochleistungspumpe erzeugt dabei einen Wasserdruck von bis zu 3.000 bar. Dem Wasser wird feiner Sand zugeführt und das Gemisch aus Wasser und Sand schneidet über eine spezielle Düse bis zu 12cm dicken Stahl. "Somit müssen wir nicht mehr den Zünder mit Hammer, Meißel und großer Rohrzange aus der Bombe herausdrehen. Wir können aus der Deckung heraus, über Kameras den Schneidvorgang beobachten und steuern", so einer der Spezialisten.

Bis gegen 21.20 Uhr dauerte die Bombenentschärfung an. „Wir warten jeden Moment auf die erlösende Nachricht, dass die Bombe erfolgreich entschärft wurde“, hatte Stadtsprecherin Franziska Mühlhause nur weinge Minuten zuvor gesagt. Eigentlich sollte die Entschärfung nur 20 Minuten dauern. „Die Besonderheit bei der gefundenen Bombe besteht aber wohl darin, dass die Zündnadel sich im Detonator befindet“, erläutert sie. Das heißt: Die Bombe hätte nach dem Aufschlagen eigentlich sofort explodieren müssen.

Wie die Landespolizeiinspektion Nordhausen mitgeteilt hatte, handelt es sich nach erster Prüfung um eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Polizei, Feuerwehr und Stadt agierten in einem Räumradius von 500 Metern. Insgesamt befanden sich 276 Einsatzkräfte für die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz. Anwohner und Passanten sollten die Anweisungen der Einsatzkräfte befolgen. Die Evakuierung rund um den Fundort sei fast ohne Verzögerungen abgelaufen. „Es gab aber natürlich auch wieder ein paar Leute, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollten“, heißt es von Stadtsprecherin Franziska Mühlhause.

Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr

Der Straßenverkehr wird sehr wahrscheinlich eingeschränkt werden. Das Gebiet soll weiträumig umfahren werden. Auch beim Bahnverkehr wird es zu Beeinträchtigungen kommen; eine Bahnstrecke befindet sich in unmittelbarer Nähe.

In einem Industriegebiet in Nordhausen ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.
In einem Industriegebiet in Nordhausen ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. © Firma Tauber Delaborierung

In Nordhausen wurden schon in der Vergangenheit immer wieder Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft.

Weitere Polizeimeldungen aus Thüringen

Der kostenlose Blaulicht-Newsletter: Täglich die wichtigsten Meldungen automatisch ins Postfach bekommen. Jetzt anmelden.