Erfurt. Das Erfurter Hauptzollamt hat im vergangenen Jahr 5000 Strafverfahren gegen Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Sozialleistungsbetrug eingeleitet.

Bei Kontrollen in Betrieben wegen Schwarzarbeit hat der Zoll in Thüringen und Teilen Sachsens im vergangenen Jahr einen Gesamtschaden von rund 37,4 Millionen Euro aufgedeckt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um der Sozialversicherung und den Berufsgenossenschaften vorenthaltene Leistungen und Beiträge oder um zu Unrecht von den Betrieben kassierte Leistungen von Arbeitsagentur oder Jobcentern, wie das Hauptzollamt Erfurt am Mittwoch mitteilte. Finanzieller Schaden sei aber auch dadurch entstanden, dass Unternehmen Beschäftigten weniger als den festgelegten Mindestlohn zahlten.

Die Erfurter Zöllner hätten 2022 mehr als 2700 Firmen auf Schwarzarbeit überprüft, davon 1580 in Thüringen und 1130 in Südwestsachsen. In Thüringen belaufe sich der dabei aufgedeckte Schaden auf 22,1 Millionen Euro, während rund 15,3 Millionen auf Südwestsachsen entfielen. Knapp 5000 Strafverfahren und mehr als 1600 Bußgeldverfahren seien eingeleitet worden.

Nach im vergangenen Jahr abgeschlossenen Ermittlungsverfahren hätten Gerichte laut Zoll Freiheitsstrafen von insgesamt mehr als 47 Jahren verhängt. Zudem hätten sie Geldstrafen von mehr als 1,5 Millionen Euro ausgesprochen. Das Hauptzollamt Erfurt habe außerdem Bußgelder in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro verhängt.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Erfurt hat auch Standorte in Gera, Jena, Nordhausen, Suhl, Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Plauen und Zwickau.

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