Bundesweite Razzia: Durchsuchungen bei Logistikfirma in Thüringen

Werra-Suhl-Tal.  Bei einer bundesweiten Razzia wurden auch Wohnungen und Unterkünfte eines Logistikunternehmens in Thüringen durchsucht. Insgesamt waren 500 Bundespolizisten und 70 Zollbeamte im Einsatz.

Bei einer bundesweiten Razzia wurden auch Wohnungen und Unterkünfte eines Logistikunternehmens in Thüringen durchsucht.

Bei einer bundesweiten Razzia wurden auch Wohnungen und Unterkünfte eines Logistikunternehmens in Thüringen durchsucht.

Foto: Sascha Fromm

Bundespolizei und Zoll haben am Mittwochmorgen Betriebsstätten einer Logistikfirma in Werra-Suhl-Tal (Wartburgkreis) sowie in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen durchsucht. Unter Leitung der Staatsanwaltschaft Meiningen laufen Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern. Darüber hinaus bestehe der Verdacht der illegalen Beschäftigung von Ausländern, sowie von Verstößen gegen das Mindestlohngesetzt, teilte die Bundespolizei mit.

500 Bundespolizisten und etwa 70 Zollbeamte im Einsatz

Insgesamt sind rund 500 Bundespolizisten und etwa 70 Zollbeamte im Einsatz. Gegen 8 Uhr am Vormittag rückte eine Hundertschaft der Bundespolizei sowie Zollbeamte auch auf dem Firmengelände in Werra-Suhl-Tal ein. Mit mehr als einem Dutzend Einsatzfahrzeugen sind die Beamten vorgefahren. Sie sicherten auch von außen das gesamte Firmengelände. Während ihres Einsatzes kontrollierten sie die Dokumente der anwesenden Beschäftigten sowie Firmenunterlagen. Ob sich der Verdacht bestätigt hat, war am Vormittag noch nicht zu erfahren.

Einige Kilometer weiter kontrollierten Zoll und Bundespolizei auch auf der hessischen Seite in Wildeck-Obersuhl mehrere Unterkünfte und überprüften weitere mutmaßlich ausländische Beschäftigte des Unternehmens.

Ermittlungen laufen bereits seit Juni 2019

Die Ermittlungen laufen bereits seit Juni 2019. Damals waren auf der Autobahn A4 bei Görlitz (Sachsen) acht ukrainische Staatsbürger nach ihrer Einreise kontrolliert worden. Die angetroffenen Männer sollen auf dem Weg nach Thüringen gewesen sein, wo sie laut Bundespolizei bereits erwartet wurden. Die Ermittlungen sollen ergeben haben, dass sie in der Firma des Hauptbeschuldigten unter Mindestlohn gearbeitet hätten.

Laut Bundespolizei seien die Verdächtigen gezielt eingereist, um in Deutschland zu arbeiten. Das dürfen sie aber ohne Arbeitserlaubnis nicht. Ukrainer können mit einem biometrischen Pass ohne Visa für 90 Tage in die EU einreisen. Eine Erwerbstätigkeit ist ihnen in dieser Zeit aber verboten. Damit wäre jede Arbeit illegal und der Betroffene würde sich unerlaubt in der EU aufhalten.

Sollten die Ausländer gezielt angeworben worden sein, könnte es sich um das verboten Einschleusen von ausländischen Arbeitskräften handeln. Vor allem auch dann, wenn beispielsweise noch logistische Hilfe geleistet wird oder sich Vermögensvorteile ergeben.

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