Falscher Bischof aus Brasilien ohne Fahrkarte im Zug von Arnstadt nach Saalfeld

Ein Ende 2014 aus Brasilien ausgewiesener 66-jähriger Deutscher, der sich dort unter falschem Namen als ranghoher Geistlicher ausgegeben haben soll, reist nun in Deutschland mit der Bahn umher.

Archivfoto: Julius Jasper Topp

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Saalfeld. Ein Ende vergangenen Jahres aus Brasilien ausgewiesener 66-jähriger Deutscher, der sich dort unter falschem Namen als ranghoher Geistlicher ausgegeben haben soll, reist nun in Deutschland umher. Wie die Bundespolizei Erfurt gestern mitteilte, hatte er sich längere Zeit in dem südamerikanischen Land aufgehalten und war nun von den Behörden nach Deutschland geschickt worden.

Allerdings "vergisst" er bei seinen Ausflügen mit der Bahn, eine Fahrkarte zu lösen, was regelmäßig die Bundespolizei auf den Plan ruft. So geschehen auch am vergangenen Freitag, als der falsche Bischof die Erfurter Bahn von Arnstadt nach Saalfeld ohne Fahrkarte nutzte.

Mehrmaliger Vorwurf der Amtsanmaßung

Gegenüber dem Zugbegleiter gab er an, als Bischof keine Fahrkarte lösen zu müssen. Den Zugbegleiter indes konnte er damit nicht überzeugen, dieser alarmierte die Bundespolizei in Saalfeld. Auch die Beamten ließen sich vom Auftreten des Mannes nicht beeindrucken. Selbst der Hinweis, dass er fünf Sprachen fließend spreche, nutzte dem "Bischof" nichts.

Der Mann war bereits mehrfach wegen Amtsanmaßung sowie Missbrauch von Titeln und Berufsbezeichnungen in Erscheinung getreten. Hinzu kommt nun ein Strafverfahren wegen Betruges, das die Bundespolizei gegen ihn einleitete.

In Saalfeld war der weißhaarige Senior dann unter anderem per Taxi unterwegs. "Er war wie ein Mönch angezogen – mit einem großen Kreuz", erinnert sich Taxifahrer Sebastian Sabath (27), der vormittags zu einem Einkaufsmarkt am Rand der Stadt gerufen worden war.

Taxifahrt in Saalfeld aber bezahlt

Während der Fahrt ins Zentrum und bei einer zweiten Fahrt am Nachmittag zu mehreren Privatadressen sei der 66-Jährige in Begleitung eines jungen Mannes "total überschwänglich" gewesen, sagt Sabath und schöpfte auch deshalb Verdacht, weil sich sein Fahrgast als "Dom André, Bischof aus Brasilien" vorstellte. Gänzlich verwundert war der Taxifahrer aber, weil der falsche Bischof immer wieder nach Namen und Institutionen fragte, bei denen er um Spenden bitten könne. Die Taxifahrt aber wurde bezahlt.

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