Fast 100 Einsatzkräfte im Großeinatz: Frischback in Arnstadt erneut in Flammen

Arnstadt.  Fast 100 Einsatzkräfte kämpfen seit dem frühen Sonntagmorgen gegen einen Großbrand in einer einstigen Lagerhalle.

In voller Ausdehnung brannte am Sonntagmorgen eine Lagerhalle auf dem ehemaligen Frischbackgelände in Arnstadt.

In voller Ausdehnung brannte am Sonntagmorgen eine Lagerhalle auf dem ehemaligen Frischbackgelände in Arnstadt.

Foto: Britt Mandler

Eine rabenschwarze Qualmwolke zeichnet sich in der Morgendämmerung über Arnstadt ab. Rauchschwaden ziehen von der Ichtershäuser Straße in Richtung Norden. „Halten Sie Fenster und Türen geschlossen!“, warnt die Feuerwehr auf Faceboook. Aus gutem Grund: Am Sonntagmorgen brennt es erneut auf dem ehemaligen Firmengelände von Frischback. Erst am 26. Oktober gab es einen Großeinsatz der Feuerwehren in der einstigen Großbäckerei, die seit Monaten leer steht.

Brannte im Herbst das Verwaltungsgebäude, steht nun ein Lager in voller Ausdehnung in Flammen. Um 6.34 Uhr wurde Alarm ausgelöst. Schnell war klar: Allein können die Arnstädter Kameraden diese Aufgabe nicht bewältigen. Wehren aus Rudisleben, Ichtershausen, Plaue, Dosdorf und Gehren werden hinzugerufen, später fordert Einsatzleiter Stephan Jäger weitere Unterstützung aus Espenfeld und Branchewinda an, weil absehbar ist, dass die bis dahin schon fast 100 Kameraden über Stunden zu tun haben werden. Angefordert wird zudem das Technische Hilfswerk aus Erfurt und Suhl, das die Versorgung der Einsatzkräfte übernimmt.

Der Löscheinsatz auf dem Gelände ist wie beim letzten Mal schwierig. Wasser muss über weite Wegstrecken aus dem Mühlweg, der Kauffbergstraße und der Sodenstraße herangepumpt werden, immer wieder platzen Schläuche aufgrund der hohen Belastung.

Straßen in Arnstadt sind wegen des Großbrandes gesperrt

Die Ichtershäuser Straße ist derweil gesperrt, der Verkehr wird weiträumig über den Bierweg und den Obertunk umgeleitet.

Die Einsatzkräfte, die sich ins Gebäude vorarbeiten, müssen extrem vorsichtig sein. Decken stürzen großflächig herab. Immer wieder sind Explosionen zu hören. „Wir gehen davon aus, dass noch Gasflaschen im Lager stehen“, sagt Stadtbrandmeister Jörg Dimitrovici. Weit wagen sich die Kameraden aus Sicherheitsgründen nicht vor. Gelöscht wird überwiegend von außen beziehungsweise von den Drehleitern herab.

Es gibt keinen Bereich, der nicht brennt

Von dort oben aus wird auch ein Übersichtsfoto angefertigt. Schnell ist klar: Die riesige Halle ist nicht zu retten, es gibt keinen Bereich, der nicht brennt. Ersten, vorsichtigen Schätzungen der Polizei zufolge beträgt der Sachschaden mindestens 100.000 Euro. Was genau sich in dem Lager befindet, ist über Stunden unklar. Rings ums Gebäude liegen aber Plastikkisten, in denen einst Brot und Brötchen ausgeliefert wurden. Sie sind mutmaßlich auch im Lager gestapelt, sind leichte Nahrung für die Flammen.

Wichtig ist den Kameraden nicht nur, den Brand im Gebäude einzudämmen, sondern auch, die Südseite zu sichern. Denn nur wenige Meter entfernt befindet sich eine Gartenanlage. Die Kleingärtner bangen um ihre Datschen.

Am Vormittag läuft der Einsatz noch auf Hochtouren, es ist absehbar, dass die Wehren noch Stunden, wenn nicht Tage zu tun haben werden. Die Brandermittler der Polizei können das Gebäude erst nach Ende der Löscharbeiten betreten. Auch in diesem Fall liegt nahe, dass es sich nicht um eine spontane Selbstentzündung gehandelt haben kann.

Passanten, die in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf dem Frischback-Gelände Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden unter Telefon: 03677/601124.

Brand in ehemaliger Arnstädter Bäckerei