Kein Hinweis zu brutaler Attacke auf Frau in Gera: Polizei ermittelt nun gegen Verfasserin

Gera  Eine Frau soll Ende August in Gera vom Fahrrad getreten worden sein. Sie würde danach mit gebrochenen Beinen im Koma liegen. Die mutmaßlichen Täter stammen aus Syrien und dem Irak. So hat es eine Frau auf ihrem Facebook-Profil geschrieben. Doch die Polizei kann keine Belege für den Überfall finden und ermittelt nun gegen die Verfasserin des Postings.

Bei Facebook hatte eine Frau von einem Überfall in Gera geschrieben, der laut Polizei nicht stattgefunden haben kann.

Bei Facebook hatte eine Frau von einem Überfall in Gera geschrieben, der laut Polizei nicht stattgefunden haben kann.

Foto: Nicolas Armer/dpa

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In dem Facebook-Post hatte die Frau, die laut ihrem Facebook-Eintrag in Gera lebt, am 28. August geschrieben: „Gestern Nacht [wurde] in Gera eine junge Frau vom Fahrrad getreten die von ihrer Arbeit kam.“ Sie verdächtigt, dass „das Pack“ die Frau wegen des Fahrrads überfallen hatte. Die Frau würde nun im Koma mit zwei gebrochenen Beinen liegen. Die mutmaßlichen Täter stammen aus Syrien und dem Irak. „ Ich finde es reicht...... Wo ist die nationale Sicherheit für uns“, fragt sie. Der Facebook-Post, in dem zudem Parallelen zu dem nach einem Messerangriff gestorbenen Mann in Chemnitz gezogen wurden, wurde bis zum Donnerstag mehr als 5500 Mal auf Facebook geteilt.

Nach Angaben des Geraer Polizeisprechers Björn Scharpmann konnte die Kriminalpolizei keine Belege für einen solchen Vorfall in Gera ermittelt werden. Auch hätten sich bei der Polizei weder eine Geschädigte noch Angehörige oder Zeugen gemeldet.

Die Polizei habe die Verfasserin des Facebook-Eintrags eindeutig identifiziert. Gegen diese hat die Geraer Polizei nun ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. Bei einer Verurteilung drohen der Verfasserin eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren. Die Polizei hat nun die Ermittlungen abgeschlossen und den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Der Post ist auf dem Facebook-Profil der Frau weiterhin zu lesen. Auf eine Anfrage unserer Zeitung, wo der Übergriff in Gera genau stattgefunden haben soll und ob sie selbst Zeugin war, antwortete die Frau weiterhin nicht.

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