„Mini-Tornado“ sorgt im Saale-Holzland-Kreis für Millionenschäden

Eisenberg/Schkölen  Mastbruch im 380-kV-Netz und Ernteverluste. Aufräumarbeiten dauern das gesamte Wochenende.

Karsten Darnstädt aus Schkölen machte am Freitag diese Handyaufnahme. Sie zeigen, wie die Wassermassen die Straße Grüne Weide hinuntergeschossen kommen. Foto: Karsten Darnstädt

Karsten Darnstädt aus Schkölen machte am Freitag diese Handyaufnahme. Sie zeigen, wie die Wassermassen die Straße Grüne Weide hinuntergeschossen kommen. Foto: Karsten Darnstädt

Foto: zgt

Die Unwetter von Freitagabend haben an den Hochspannungsleitungen im Saale-Holzlandkreis bei Schkölen und weiter in den Bereich von Sachsen-Anhalt hinein einen Schaden von „mehreren Millionen Euro“ angerichtet. Diese Summe nannte der Netzbetreiber „50hertz“ gegenüber MDR Thüringen. Sprecher Volker Kamm resümierte, dass für die Aufräumarbeiten wohl noch „das gesamte Wochenende“ gebraucht werde.

Vor allem in Schkölen stand das Wasser in den Kellern einiger Häuser und Geschäfte, Straßen, Gärten und Grundstücke sind überflutet worden. Die Landstraße von Schkölen aus kommend, einen Kilometer nach Ortsaugsang Schkölen in Richtung Aue, ist auch am Sonntag noch gesperrt, soll aber so schnell wie möglich wieder freigegeben werden.

Nach dem Einbruch von fünf Hochspannungsmasten am Freitagabend, 14. August, müssen auf einer Strecke von zwei Kilometern Verteilerleitungen gekappt und abgesprengte Isolatoren geborgen werden. Aus Sicherheitsgründen bleibe die Landstraße zwischen Schkölen und Naumburg weiter gesperrt. Am Montag solle eine „provisorische Lösung“ für die Leitungsmasten aufgebaut werden. Die Strecke sei für das Stromnetz und den Transport von Windkraftenergie sehr wichtig, erklärte der Netzbetreiber.

Nach Kamms Aussagen gegenüber dem MDR gab es keine Hinweise auf Materialschwächen der Masten. Sie sollen aus den 80er Jahren stammen. Als Ursache vermutet „50hertz“ die Wucht eines lokalen „Mini-Tornados.“ Die aktuelle Schadensaufnahme werde noch einige Zeit beanspruchen. Hopfenbauer Josef Fuß, der Hopfenfelder in der Region um Schkölen hat, rechnet mit einem Schaden in Millionenhöhe. Der Landwirt befürchtet den Total-Verlust seiner diesjährigen Ernte.

Schkölens Bürgermeister Matthias Darnstädt befürchtet, einen frisch sanierten Platz wieder renovieren zu müssen. „So extrem war es noch nie,“ sagt Darnstädt.

Unwetter im Saale-Holzland-Kreis: Land unter in Schkölen

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