Unbekannte beschmieren jüdische Gedenktafel und öffentliche Gebäude in Altenburg mit NS-Symbolen

Altenburg  Nicht nur eine jüdische Gedenktafel, sondern auch das Landratsamt, das Rathaus und der Zugang zur Zulassungsstelle wurden in der Nacht zu Donnerstag mit Hakenkreuzen besprüht.

Symbolfoto Foto: Andreas Schott

Symbolfoto Foto: Andreas Schott

Foto: zgt

Am Donnerstag, gegen 2 Uhr, entdeckten Beamte der Polizeiinspektion Altenburger Land, im Rahmen von Kontrolltätigkeiten im Stadtgebiet von Altenburg, eine Hakenkreuzschmiererei neben der jüdischen Gedenktafel in der Pauritzer Straße. Die Tafel selbst wurde mit grauer Farbe übersprüht. Das Hakenkreuz hatte eine Abmessung von circa 40 Zentimeter x 50 Zentimeter.

Weitere Prüfungshandlungen im Stadtgebiet von Altenburg ergaben wie die Polizei mitteilte weitere Tatorte.

Am Eingang zum Landratsamt Altenburger Land, Lindenaustraße 9, wurden drei Hakenkreuze festgestellt, welche ähnlich groß waren, wie neben der jüdischen Gedenktafel.

An der Eingangstür zur Zulassungsstelle, Martin-Luther-Straße 1 a, wurde ein Hakenkreuz mit den Abmaßen von circa 50 x 75 Zentimeter gesprüht.

An der Eingangstür des Rathauses der Stadt Altenburg wurde von den Beamten ein Hakenkreuz in der Größe von circa 40 x 40 Zentimeter festgestellt.

Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen konnte bisher kein Tatverdächtiger festgestellt werden.

Ein Entfernen der Hakenkreuze erfolgte am Donnerstag im Laufe der frühen Vormittagsstunden. Da für die Entfernung ein Kompressor notwendig war, konnte die Reinigung aufgrund der zu erwartenden Lärmbelästigung nicht in der Nacht erfolgen.

Die Kriminalpolizei Altenburg ermittelt in dieser Sache und bittet Zeugen, die in der Nacht vom 20. zum 21. April verdächtige Wahrnehmungen machten, Personen beim Sprühen beobachteten oder sonstige Hinweise geben können, sich zu melden. Telefon 03447-4810.

Politiker verurteilen Tat

Landrätin Michaele Sojka (Linke) sprach gegenüber dem MDR von einer abscheulichen Tat. Es sei erschreckend, dass die neonazistische Szene offenbar auch im Altenburger Land aktiv ist. Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) sagte, er habe „Null Toleranz“ für diese Schmierereien. Das sei kein Kavaliersdelikt, das zu verharmlosen sei.

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