Dauereinsatz für Feuerwehren im Wartburgkreis

Wartburgregion.  Heftige Unwetter haben am Wochenende im Wartburgkreis Schäden angerichtet. Rund 100 Einsätze mussten die Helfer in nur drei Stunden absolvieren.

Unter dem zu einem kleinen Fluss gewordenen Wasser liegt die Hauptstraße samt Bürgersteig der Gemeinde Seebach (Wartburgkreis).

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Das hatten auch langjährige Anwohner der unteren Hauptstraße in Seebach noch nicht erlebt. Die Wassermassen aus dem Wald oberhalb des nahe gelegenen Wohngebietes verbanden sich am Samstagabend mit den unwetterartig hernieder prasselnden Regenfällen zu einem Fluss in der Straße. Über gut zwei Stunden war von Bürgersteig und Straße nichts mehr zu sehen, sondern floss Wasser in rauen Mengen. Binnen etwa drei Stunden gab es knapp 100 Einsätze für die Wehren der Region, verzeichnet die Zusammenstellung der Leitstelle, die die Einsätze koordinierte.

Und das Wasser hielt sich nicht an Straße und Gehweg, sondern fand den Weg in mehrere Keller von Gebäuden entlang der Straße. Zum Teil staute es sich dort dann bis zu einem Meter Höhe.

Das mittlere und untere Erbstromtal war ein Hotspot des Unwetters vom Samstag, vor allem Wutha-Farnroda und Seebach standen im Zentrum. Die ersten Meldungen über Schäden gab es kurz vor 19.30 in Eisenach, danach zog es weiter Richtung Osten. Da waren Einsätze vor allem im Südviertel und entlang der Tiefenbacher Allee für die Feuerwehren zu verzeichnen. Aber auch Orte ganz im Westen des Kreises wie Pferdsdorf-Spichra wurde nicht verschont. Die angerichteten Schäden sind groß.

Und die Kameradinnen und Kameraden hatten wahrlich reichlich und lange zu tun. Die meisten kamen nicht vor Mitternacht wieder nach Hause. In der erwähnten Seebacher Hauptstraße – dort gab es allein sieben Keller auszupumpen – hatten sie bis 3 Uhr in der Frühe zu tun. In die Eisenacher Thälmannstraße mussten die Helfer um 4.21 Uhr noch mal ausrücken, um diese vom Schlamm zu befreien.

Dabei zeigte sich wieder, wie enorm die Kräfte des Wassers sind. Die gehobenen Gullideckel in der Bach-Straße oder der Sophienstraße in Eisenach waren da nur das Vorspiel. Der Miniaturen-Park Mini-a-thür ließ am darauf folgenden Sonntag die Tore für Besucher den Vormittag über ganz geschlossen – Schäden beseitigen war angesagt – alle Wege überspült, zwei durch Wind und Starkregen zerstörte Pavillons und leicht beschädigte Miniaturen. „Wir konnten erst gegen Mittag wieder öffnen und hoffen, dass nicht wieder was passiert“, so Mini-a-thür-Geschäftsführer Thomas Brohm.

Seebach, Wutha-Farnroda und der Bereich der Gemeinde Hörselberg-Hainich erwischte es da noch schlimmer. Wutha-Farnrodas 1. Beigeordneter Jörg Schlothauer berichtete, dass die vier Gemeindewehren mit rund 60 Einsatzkräften allesamt über Stunden im Einsatz waren, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu holen, gegen überflutete Keller und weggespülte Gehwege zu kämpfen. Und auch in Hörselberg-Hainich waren alle zehn Ortsteilwehren mit Mann und Maus im mehrstündigen Einsatz.

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Dass die Unterführung im Zuge der Schenkstraße in Kälberfeld voll lief, kennen die Anwohner ja schon, und für die Feuerwehr in Thal ist die Erbstrom-Brücke bei der Firma Gesipa bei jedem Starkregen Einsatzziel. Da müssen Äste und Gestrüpp entfernt werden, damit das Wasser überhaupt weiter abfließt und sich nicht über die Bundesstraße ergießt. Doch auch im Lauchröder Kindergarten sammelt sich im Keller das Wasser, genauso wie in der Grundschule Wenigenlupnitz. In der Schloßstraße in Hütscheroda konnte der dortige Teich die Massen an Wasser nicht mehr fassen und lief über. Wasser, überall nur Wasser.

Youtube Hauptstraße in Seebach wird Fluss nach Unwetter