Brehm-Haus in Renthendorf wird innen ausgebaut

Renthendorf  Nachdem das Denkmal in Renthendorf unter anderem statisch gesichert wurde und ein neues Dach erhielt, haben jetzt die Arbeiten für die Installation der Haustechnik begonnen. Bis Ende 2016 soll auch die Elektrik neu verlegt und die Heizungsanlage installiert sein.

Derzeit werden die Kellerräume trockengelegt. Hier sollen einmal die sanitären Anlagen eingebaut werden. Foto: Frank Kalla

Derzeit werden die Kellerräume trockengelegt. Hier sollen einmal die sanitären Anlagen eingebaut werden. Foto: Frank Kalla

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Die große Grube mit dem Pelletbunker vor der Gedenkstätte ist zwar wieder mit Erde bedeckt, dennoch sieht man, dass die Zeit des großen Bauens in Renthendorf noch lange nicht vorbei ist. So türmen sich hinten im alten Garten große Berge an Lehm, stehen Baumaschinen vor dem Haus und zeugen aufgestapelte Ziegel davon, dass die Bauarbeiten voll im Gange sind. "Die historischen Fußbodenziegel sind gesichert worden und werden wieder eingebaut", sagt Gedenkstätten-Leiter Jochen Süß.

Kellerräume werden derzeit trockengelegt

Unten im Keller sind derweil Mitarbeiter der Tröbnitzer Firma EWW dabei, in den schweren Lehm- und Tonboden Schächte für die Drainage auszuheben. "Wir wollen die Kellerräume dauerhaft trockenlegen", erklärt EWW-Bauleiter Günter Müller. Zuvor hatten seine Männer den Kellerboden bereits um 30 Zentimeter abgesenkt. "Keine leichte Arbeit bei den Bodenverhältnissen", meint Müller. Nur mit kleinen Spaten ausgestatteten Abbruchhämmern gelang es den Bauleuten, relativ zügig, die Drainagegräben in den überaus festen Boden in den Kellern herauszustemmen.

In den insgesamt sieben Kellerräumen sollen noch in diesem Jahr die sanitären Anlagen für die Besucher und das Personal sowie die Heizungsanlage eingebaut werden. "Eine Heidenarbeit, die noch vor uns liegt", sagt Süß. Denn nicht nur die sanitären Einrichtungen nebst Wasser- und Abwasserleitungen müssen installiert werden. Viel komplizierter werden die Arbeiten an der Heizung und der Elektroanlage werden.

Weil man im Brehm-Haus möglichst viel Bausubstanz im restaurierten, aber originalen Zustand belassen möchte, müssen intelligente, aber aufwändige Lösungen gefunden werden. So verschwinden die Elektrokabel großteils unter den alten Dielen, die aufgearbeitet werden, Steckdosen oder Schalter werden nicht zu sehen sein. "Zu Alfred Brehms Zeiten gab es noch keine Elektrizität", erklärt Süß. An allen Stellen, wo Beleuchtung eine Rolle spielen müsse, werde diese über eine Fernsteuerung reguliert.

Großen Wert misst der Gedenkstätten-Leiter deshalb auch den fünf historischen Lampen aus dem Brehmschen Nachlass bei, die er jüngst von einem Experten begutachten ließ. "Die muss man sorgfältig restaurieren lassen."

325 000 Euro stehen für die Finanzierung der Arbeiten in diesem Jahr bereit. 140 000 Euro kommen aus der Dorferneuerung, weitere 100 000 Euro gibt das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Erfurt für restauratorische Belange, mit 85 000 Euro fördert die Reemtsma-Stiftung die Brehm-Gedenkstätte.

Jochen Süß geht derweil davon aus, dass die Sanierungsarbeiten an dem Haus im kommenden Jahr fortgesetzt werden können. "2017 wollen wir die Fußböden, die Fassadensanierung und den Fenstereinbau angehen."

Abgeschlossen sind inzwischen die Vorbereitungen zur Gründung der "Alfred Edmund und Christian Ludwig Brehm-Stiftung". Nach über zweijährigen Beratungen und Abstimmungen – unter anderem mit dem Thüringer Finanz- und Innenministerium – will Süß die Unterlagen nun dem zuständigen Referat in Erfurt zur Prüfung und Genehmigung überreichen. Als Stifter wollen die Gemeinde Renthendorf, das Brehm-Haus und die ev.-luth. Kirche das Pfarrhaus in die Stiftung einbringen, 39 sogenannte Zustifter haben in Absichtserklärungen zugesichert, das Stammkapital von 25 000 Euro einzuzahlen. Die Zustifter kommen unter anderem aus der Politik, der Wirtschaft und von Institutionen. Zudem wollen sich Familien und Freunde der Stiftung anschließen.

Süß selbst sieht in der Stiftung die Brehm-Gedenkstätte auf solide Füße gestellt. "Einen Baustopp, weil Renthendorf Probleme mit dem Haushalt hat, wie Anfang Juli, wird es dann mit Sicherheit nicht mehr geben", ist er sich sicher.

Frank Kalla über die Brehm-Gedenkstätte

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