Damit Hopfen und Malz in Kahla nicht verloren gehen

Kahla  Rolf Hufeland hat ein Ziel: Ein eigenes Bier für die Stadt brauen – Doch der Weg dahin ist nicht gerade flüssig

Prost! Rolf Hufeland (65) will in Kahla Bier brauen lassen. Bis es soweit ist, trinkt er auch gerne ein alkoholfreies Hefeweizen.

Prost! Rolf Hufeland (65) will in Kahla Bier brauen lassen. Bis es soweit ist, trinkt er auch gerne ein alkoholfreies Hefeweizen.

Foto: Katja Dörn

„Es kann möglich sein, dass es bald eine Brauereimanufaktur in Kahla gibt“ – Diese kleine Notiz machte in den Kahlaer Nachrichten aufmerksam. Ist das etwa, Entschuldigung, eine Schnapsidee?

Wir treffen Initiator Rolf Hufeland, der schnell zu verstehen gibt: Es ist ihm ernst. Man muss fast sagen: bierernst. Kahla brauche seinen eigenen feinen Gerstensaft.

Im Frühjahr kam ihm die Idee. Er machte Urlaub in Bamberg und nahm an einer Brauereiwanderung teil. Viele verschiedene Biere konnte er verköstigen, die Menschen kamen zusammen und die Wirte waren zufrieden. Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft. Als Rolf Hufeland wieder daheim war, ließ ihn die Idee des Bierbrauens nicht los, zumal „Kahla kulturell aufbesserungsfähig ist“, sagt er, der beteuert, nur in Gesellschaft zum Glas Bier zu greifen.

Nun muss man wissen, dass Rolf Hufeland die Tage bis zur Rente herunter zählt. Sie liegen jetzt im zweistelligen Bereich. Der 65-jährige Lehrer wünscht sich daher auch etwas, für das er im Unruhestand Energie aufbringen kann. Er sprach Freunde an, um sie für seine Idee zu gewinnen. „Alle fanden es super, aber keiner hatte eine Ahnung, wie es geht, das Bierbrauen“, erzählt er.

Also fuhr er zur Brauerei Papiermühle in Jena und zur Braugaststätte Ziegenmühle im Zeitzgrund. Er sprach mit einem anderen Verein, der zweimal jährlich einige Hundert Liter braut. So bekam er langsam eine Vorstellung, was es zum Brauen braucht. Auch Logos für eine Braumanufaktur oder einen Brauverein wurden entworfen.

Doch im Herbst hatte Rolf Hufeland sein eigentliches Ziel, ein Kahla-Bier in der Hand zu halten, noch nicht erreicht. Und von den zuvor begeisterten Mitstreitern tauchten auch immer weniger auf, da jeder beruflich eingespannt war, sagt er.

Also nahm er einen zweiten Anlauf und startete diesmal einen öffentlichen Aufruf im Amtsblatt. Das wirkte. So habe sich nun auch ein pensionierter Braumeister gemeldet, der sein Wissen einbringen will. Im nächsten Jahr, da ist sich Rolf Hufeland sicher, soll es mit Hopfen und Malz einen ersten Testlauf geben, einen Lieferanten für die Zutaten habe er schon auftreiben können. Er hofft, eine kleine Anlage, die in der näheren Umgebung steht, zum Testlauf nutzen zu können.

Es sind noch einige Fragen offen, auch ob ein Verein gegründet wird. Geschmacklich lägen seine Mitstreiter und er aber schon auf einer Wellenlänge. „Wir sind auf einer klassischen Linie. Es wird wohl kein Bier mit Erdbeergeschmack“, sagt er.

Wer bei den Bierbrauern von Kahla mitmachen will, kann sich bei Rolf Hufeland melden: rolf.hufeland@gmx.de