Deutschlands erstes Tunnelausbildungszentrum für Feuerwehrleute kommt nach Crossen

Crossen  In Crossen erfolgt der Startschuss für das Tunnelausbildungszentrum für Feuerwehrleute. Zunächst dienen sechs Waggons zum Trainieren.

Auf einem derzeit noch brach liegenden früheren Gelände der Deutschen Bahn in Crossen will die Landesfeuerwehrschule ein Tunnelausbildungszentrum errichten.

Auf einem derzeit noch brach liegenden früheren Gelände der Deutschen Bahn in Crossen will die Landesfeuerwehrschule ein Tunnelausbildungszentrum errichten.

Foto: Susann Grunert

Noch stehen nur einige Meter Bauzaun rund um das brach liegende Bahngelände an der Ladestraße des Crossener Bahnhofs.

Doch schon am Mittwoch (15. November 2017) erfolgt hier der Startschuss für das neue Eisenbahntunnelausbildungszentrum der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule – dem einzigen in ganz Deutschland.

Wie das Thüringer Innenministerium informiert, werden jetzt sechs Eisenbahnreisewaggons durch einen Hilfszug der Deutschen Bahn AG angeliefert. Im Juni war der Pachtvertrag mit der Deutschen Bahn geschlossen wurden, die ein nicht mehr genutztes Gleisgelände in Crossen für das neue Ausbildungszentrum zur Verfügung stellt. Im Auftrag der Landesfeuerwehrschule beräumten dann im August Helfer des Technischen Hilfswerkes einen Teil der still­gelegten Bahnschienen.

Bereicherung für die ganze ­Region

„Das Ausbildungszentrum ist eine Bereicherung für die ganze ­Region, weit über Crossen hinaus“, sagt Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke). Er sei insgesamt froh, dass man eine Möglichkeit gefunden habe, das Tunnel­training nun auch preiswerter in Deutschland anbieten zu können. Bisher mussten Feuerwehrleute für entsprechende Fortbildungen bis in die Schweiz reisen. „Das Training ist wichtig, aber man hofft natürlich immer, dass es nie benötigt wird.“

Der Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD) betont die Wichtigkeit der neuen Ausbildungsmöglichkeiten: „Im Notfall zählt gerade in Tunnelanlagen jede Minute, um Leben zu retten. Die hohe Qualität der Ausbildung an der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule und die praktischen Einsatzübungen der Kameradinnen und Kameraden legen den Grundstein für eine gezielte und schnelle Bewältigung dieser speziellen Einsatzlagen.“

Besonders realitätsnahe Situationen vermitteln

Übungen am Objekt, wie sie künftig in Crossen möglich sein werden, würden die Einsatzkräfte optimal auf den Ernstfall vorbereiten. Thüringen werde mit dieser einzigartigen Anlage besonders realitätsnahe Situationen vermitteln können.

Die Übungsanlage soll ab 2020 mit einem etwa 300 Meter langen Eisenbahnübungstunnel bebaut werden. Die Bereitstellung der Waggons ermög­liche es weit vor Errichtung der Tunnelelemente, erste Übungen auf dem Gelände durchzuführen. Als Sozialräume sollen für die Feuerwehrleute in Ausbildung zunächst Container dienen.

In einem Zeitungsinterview bezifferte Innenstaatssekretär Udo Götze (SPD) die Kosten für die Übungsanlage auf etwa zwei Millionen Euro kosten.

Susann Grunert liest viel Positives aus dem Elstertal

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